Neues Volksblatt: "Auferstehung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. April 2012

Linz (OTS) - Die Grünen sind in gewissen kirchlichen Kreisen wohlgelitten; vielleicht, weil man ihnen das gutmenschliche Engagement eher abnimmt als Vertretern anderer Parteien. Doch ganz so gut, wie manche glauben, meinen es umgekehrt die Grünen mit der Kirche offenbar gar nicht. Die Anfrage zu den Kosten für die Religionslehrer ist dafür ein guter Beleg. Wobei es weniger die Anfrage an sich ist, die kritisch betrachtet werden muss, als der Umgang mit dem Ergebnis. Ganz offensichtlich will man Kirchenkritikern damit Munition liefern, anders ist die rasche Reaktion der Kämpfer gegen angebliche Kirchenprivilegien nicht zu erklären. Man könnte es auch so sagen: Die Grünen spannen jemand anderen vor ihren Karren, jedenfalls in dieser Frage.
Worauf es hinausläuft, hat die Verfasungssprecherin der Grünen am Wochenende wissen lassen. Daniela Musiol will diskutieren, ob das Konkordat zwischen Republik Österreich und dem Heiligen Stuhl aufkündbar ist. Anlass: Die erhöhte Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags, der aus Sicht der Grünen auch so ein kirchliches Privileg ist.
Es mag Zufall sein, dass sich die wirkliche Einstellung der Grünen zur Kirche gerade zu Beginn der Osterwoche so eindeutig manifestiert. Jedenfalls nähren sie so die Zweifel, dass ihnen noch etwas an ihrer politischen Auferstehung als Öko-Partei liegt.

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