Vom Sparen keine Spur: Religiöse Schulen und Religionslehrer kosten SteuerzahlerInnen ein Vermögen

Wien (OTS) -

  • - Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0148 vom 02.04 -

Wie eine parlamentarische Anfrage der Grünen jetzt zu
Tage gefördert hat, müssen enorme Summen von den österr. SteuerzahlerInnen für den religiösen Sektor im Schulbereich aufgewendet werden:

- 286,4 Mio EUR Subventionen werden alleine im Bundeschulbereich an konfessionelle Schulen ausgeschüttet

- Der Religionsunterricht kostete allein im AHS+BMHS Bereich im letzten Jahr 72 MIO EUR. Den größten Teil kassiert die r.k. Kirche mit 60,6 MIO EUR

- 2015 Religionslehrer müssen in den AHS und BMHS von den Steuerzahlern bezahlt werden, davon sind 1.329 katholische Religionslehrer.

- Für die Religions-Fachinspektoren muss der Steuerzahler 3,6 Millionen EUR ausgeben. 43 Planstellen sind dafür vorgesehen, davon 25 katholische.

Das macht zusammen 362 Millionen Euro Subventionen nur im Bereich der Bundesschulen. Insgesamt liegt die Zahl freilich noch weit höher: Dazu kommen die Volks- und Hauptschulen, die in den Zuständigkeitsbereich von Gemeinden und Ländern fallen. Das dürfte sich vor allem bei der Zahl der Religionslehrer auswirken: In den Pflichtschulen melden sich deutlich weniger Schüler vom Religionsunterricht ab, das erhöht auch den Personalbedarf. "Insgesamt müssen wir daher von einer mindestens doppelt so hohen Subvention für die Religionsgemeinschaften allein bei den Schulen ausgehen", sagt Niko Alm, Sprecher des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien. "Das ist deutlich mehr, als wir bisher geschätzt hatten. Dazu kommt noch, dass konfessionelle Schulen als ArbeitgeberInnen wie Tendenzbetriebe agieren und bestqualifizierte Lehrkräfte aufgrund ihrer Konfessionsfreiheit ablehen. Einzelfälle, wie jener einer Physiklehrerin, sind der Initiative gegen Kirchenprivilegien bekannt. Dass hier mit Steuergeld finanzierte Schulen, konfessionsfreien Menschen Jobs verweigern, ist schlicht unfassbar."

Maturieren oft nur in konfessionellen Schulen möglich

In Österreich gibt es drei Bezirke, wo man nur in konfessionellen Schulen maturieren kann, und 18 weitere, wo es für bestimmte Schultypen Maturaoption nur in konfessionellen Schulen gibt. "In diesem Land sind tausende SchülerInnen entweder gezwungen, auf das Recht auf Abmeldung vom Religionsunterricht zu verzichten oder täglich weite Strecke zur nächsten öffentlichen Schule zu pendeln, wenn sie in einem gewissen Schultyp maturieren wollen. Das ist in einer modernen Demokratie unannehmbar" zieht Alm, eine bittere Bilanz.

"Während ganz Österreich unter den Sparpaketen zu leiden hat, bleibt der religiöse Sektor weiter enorm privilegiert. Und das, obwohl es inzwischen rd. zwei Millionen konfessionsfreie BürgerInnen in diesem Land gibt" wundert sich Niko Alm. www.kirchen-privilegien.at

Die Anfragebeantwortung:
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