Kritik am Dialogforum Islam

Das Dialogforum Islam schmückt sich mit fremden Federn und ist eher eine parteipolitische Werbeveranstaltung

Wien (OTS) - Die Behauptung, das Dialogforum Islam würde zum Abbau von Vorurteilen beitragen und erst jetzt eine Öffnung der Glaubensgemeinschaft ermöglichen ist nicht ganz aufrichtig.

1. Projekt: Tag der offenen Moschee: Die Mitgliedsorganisationen der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) veranstalten schon seit Jahren "Tage der offenen Moschee", welche in fast allen Bundesländern stattfinden, eine "Lange Nacht der Moscheen" wurde sogar im November 2011 erstmalig durchgeführt. Diese muss nicht erst durch Kurz' Dialogform injiziert werden. Damit werden die Aktivitäten der letzten Jahre unterminiert. Die daran teilnehmenden LokalpolitikerInnen und Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften werden dies bestätigen können.

2. Projekt Islamische Landkarte: Die als Projekt im Rahmen des "Dialogforums" geschaffene sogenannte "Islamische Landkarte" ist ein Projekt des aus studierten Sozialpädagogen Ednan Aslan, welcher in den Medien irrtümlich oft als islamischer Theologe bezeichnet wird und derzeit als Schul- und Religionspädagoge in Österreich aktiv ist. Dort werden ohne Angaben von Quellen diffamierende Behauptungen über die "Islamische Föderation" verbreitet, die von anerkannten Wissenschaftlern wie Prof. Schiffauer in teilweise langjährig angelegten Studien widerlegt wurden.

Die Dialogprojekte, Tage der offenen Moschee, Lange Nacht der Moscheen, die interreligiösen Aktivitäten, der Islamischen Föderation in Wien (IFW) werden als quasi nicht-existent geleugnet, da die IFW dem Dialog "kritisch gegenüberstehen" würde. Dass die IFW natürlich mit der "der Gesellschaft offen gegenüberstehenden" Zentrale in Deutschland kooperiert, wird von Aslan ebenfalls geleugnet.

Nicht nur, dass Staatssekretär Kurz (ÖVP) damit vielleicht ungewollt Ressentiments unterstützt und schürt, die er angeblich abbauen will, es ist ein direkter Angriff auf die IGGiÖ und die Muslime, welche in diesen Vereinen betreut werden.

3. Es waren auch ÖVP-Politiker, welche mit bedenklichen Aussagen und Slogans gegen muslimische BürgerInnen Stimmung gemacht haben. Das Dialogforum Islam ist auch nicht im Kultusministerium, sondern im Innenministerium "angesiedelt", dort wo man auch für Sicherheitsthemen zuständig ist. Der Islam ist eine Religion und kein Integrations- und Sicherheitsproblem, wie nun der Eindruck entstehen könnte, sondern eine österreichische Religion, vertreten durch eine im Inland bestehende österreichische Glaubensgemeinschaft.

Staatssekretär Kurz macht aus dem Islam so ein Integrations- und Sicherheitsproblem und verdrängt längst stattgefundene Prozesse innerhalb der Mitgliedsorganisationen der IGGiÖ, indem unterstellt wird, sie müssten erst jetzt in Angriff genommen werden.

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Kontakt: Yakup GECGEL
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