Industrie zu Arbeitsmarktdaten: Gute Ausgangslage nicht mit falschen Maßnahmen konterkarieren

IV-GS Neumayer: Dürfen uns nicht auf vermeintlichen Lorbeeren ausruhen - Auflösungsabgabe Belastung für Wettbewerbsfähigkeit - Leiharbeit wichtiger Faktor für den Wirtschaftsmotor

Wien (OTS/PdI) - Die aktuellen Arbeitsmarktdaten seien einmal mehr durchaus erfreulich, auch wenn selbstverständlich jeder Arbeitslose einer zuviel sei, wie der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer betonte. Allerdings sei es zentral, "sich gerade jetzt nicht auf den vermeintlichen Lorbeeren auszuruhen", so Neumayer, der einmal mehr daran erinnerte, dass es nicht die Politik sei, die Arbeitsplätze schaffe, sondern die Unternehmen. Wie in den vergangenen Monaten sorgte die österreichische Wirtschaft auch im März für einen erneuten Anstieg der Beschäftigtenzahlen (+ 1,6 Prozent). Insbesondere bei den über 50 Jährigen fiel das Beschäftigungsplus mit 5,3 Prozent besonders deutlich aus. "Die heimischen Unternehmen allgemein und die Industrie im Besonderen sind der Wirtschaftsmotor des Landes. Wir müssen ihnen dies aber auch mit den richtigen Rahmenbedingungen ermöglichen." Dies sei im Interesse des Landes, schließlich könne niemandem daran gelegen sein, die aktuelle Spitzenposition - mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent nach Eurostat, verzeichnete Österreich wieder die in Europa mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote - zu verlieren. In diesem Zusammenhang sei etwa die Kündigungsabgabe zu nennen: "Wir haben wiederholt aufgezeigt, dass die Kündigungsabgabe einseitig zu Lasten der Arbeitgeber geht und damit mit dem Prinzip der Beitragsparität in der Arbeitslosenversicherung im Widerspruch liegt", betonte der IV-Generalsekretär.

Vor allem im Bereich der Leiharbeit sei dies problematisch:
"Leiharbeit ist ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsmotor. Wir brauchen hier sicherlich nicht noch mehr Auflagen, die Leiharbeit teurer und unflexibler machen." Hier gelte es, die Zeichen der Zeit zu erkennen: "Während etwa sogar Italien die Konsequenzen aus der Krise zieht und endlich seinen starren Arbeitsmarkt flexibilisieren will, droht bei uns der Marsch in die Gegenrichtung. Den 'Faktor Arbeit' weiter zu verteuern - wie im Zuge des Konsolidierungspaketes eben geschehen - ist aber ein sicheres Rezept für einen langfristigen Anstieg der Arbeitslosigkeit", so Neumayer. Besonders erfreulich seien die Arbeitsmarktdaten aus Sicht der Industrie einmal im Bereich der Lehrstellen: "Der deutliche Anstieg der offenen Lehrstellen gegenüber dem März des Vorjahres (+10,5 Prozent), zeigt deutlich die ungebrochene Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Auch der deutliche Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen (-8,7 Prozent) zeigt, dass der Arbeitsmarkt stark in Bewegung ist", so Neumayer. Der Anstieg der Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmer um 3,1 Prozent sei hingegen vor allem auf ein überdurchschnittliches Ansteigen in der stark witterungsabhängigen Baubranche zurückzuführen.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001