Schatz zu Arbeitslosenzahlen: Bessere Aufteilung der Arbeitszeit bringt mehr Jobs

Grüne: Arbeitszeitverkürzung zur besseren Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit überfällig

Wien (OTS) - "Dass die Arbeitslosigkeit wieder steigen wird, war absehbar. Die aktuellen Wirtschaftsprognosen sagen noch einen weiteren Anstieg voraus. Doch diesmal wird kein Budget für große Arbeitsmarkt- und Konjunkturpakete zur Verfügung stehen. Es braucht andere Rezepte, um für mehr Beschäftigung zu sorgen," kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten vom März.

"Wir brauchen eine neue Arbeitszeitpolitik. Die bezahlte Arbeit muss besser verteilt werden, von denen, die zuviel und zu lange arbeiten bis in ihr burnout, hin zu denen, die keinen Job finden oder von ihrem kleinen Teilzeitjob nicht leben können. Auch die Lebensarbeitszeit muss ausgeglichener werden. Oft stresst man sich in jungen Jahren bis zum Umfallen, und im Alter wird man erschöpft zu früh auf die Straße gesetzt. Es ist Zeit für eine Arbeitszeitflexibilisierung, die Arbeit für ArbeitnehmerInnen je nach Lebenssituation gestaltbar macht, ohne die Existenz zu gefährden. Dazu gehören kürzere reale Tages- und Wochenarbeitszeiten ebenso, wie gute Sabbaticalmodelle und ausschleifende Alterteilzeit", fordert Schatz.

Sofortigen Handlungsbedarf sieht Schatz bei den LeiharbeiterInnen, die nun schon wieder als erste Opfer der beginnenden Beschäftigungskrise sind. "Diese Menschen werden zwischen Jobs und AMS herum geschoben, wie es den Zeitarbeitsfirmen passt. Ein halbwegs normales Leben ist unter diesen Umständen völlig unmöglich. Es ist Zeit, dass sich die Rahmenbedingungen für Leiharbeitskräfte endlich verbessern. Die jetzt beschlossene Auflösungsabgabe wäre ein Schritt in diese Richtung, wird aber in der umgesetzten Form wirkungslos bleiben - leider. Leiharbeit muss sich deutlich verteuern, die Zahl der LeiharbeiterInnen in den Unternehmen muss beschränkt werden und die Kosten für Stehzeiten dürfen nicht auf die öffentliche Hand abgeschoben werden. Ich weiss, dass Minister Hundstorfer diese Problemanalyse teilt, sich aber gegen die ÖVP und die Zeitarbeitsfirmen nicht durchsetzt. Das ist schade, weil Leiharbeitskräfte ganz unten stehen in der Hierarchie der Beschäftigten und dringend die Hilfe der Politik brauchen, um akzeptable Lebens- und Arbeitsbedingungen zu bekommen."

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