Kaske: Betriebe müssen älteren Beschäftigten eine Chance geben

"Bonus-Malus-System" soll helfen, bei Arbeitgebern Umdenken zu erreichen

Wien (OTS/ÖGB) - Die Arbeitslosigkeit ist weiter angestiegen. Inklusive SchulungsteilnehmerInnen waren Ende März 2012 um 3,1 Prozent mehr Arbeit Suchende registriert als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Insgesamt waren beim Arbeitsmarktservice 332.212 Personen als arbeitslos vorgemerkt. "Sorge bereitet insbesondere der starke Anstieg bei den Älteren, den Menschen mit Behinderung und den MigrantInnen. Hier braucht es gezielte Maßnahmen, um die Beschäftigungschancen zu erhöhen", sagt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.++++

Viel wird über die Alterung der Bevölkerung und alternsgerechte Arbeitsplätze geredet. "In der Praxis sehen sich die über 50-Jährigen aber vielfach auf ein Abstellgleis gestellt. In ihre Weiterbildung wird nicht investiert, und statt die Jobs alternsgerecht umzugestalten, tauschen viele Betriebe lieber die Beschäftigten aus", kritisiert Kaske. Er fordert ein effizientes Bonus-Malus-System, das die Betriebe zur Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen ermuntert. Auch bei der so genannten "Behindertenausgleichstaxe", die Betriebe zahlen müssen, welche zu wenig Menschen mit Behinderung beschäftigen, sei zu evaluieren, ob die mit Jahresanfang 2011 erfolgte Anhebung für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten ausreichend gewesen sei.

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in der Arbeitskräfteüberlassung (+12,8 Prozent) als richtigen Schritt sieht der Gewerkschafter die Einführung der Auflösungsabgabe ab 2013. "Betriebe, die selbst bei kurzfristigen Phasen mit weniger Aufträgen ihre Beschäftigten 'stempeln' schicken, gehören zur Kasse gebeten", sagt Kaske.

Handlungsbedarf sieht Kaske zudem bei den Arbeitsbedingungen im Sozial- und Gesundheitswesen. "Trotz Personalknappheit haben wir hier einen laufenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Denn die Erwartungshaltung der Arbeitgeber, dass die Leute laufend für fehlendes Personal einspringen, und die mäßige Entlohnung führen dazu, dass der Sozial- und Gesundheitssektor zu einer 'Fluchtbranche' zu werden droht", sagt Kaske.

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