PVÖ-Glatz: Keine überhastete Umstellung auf Intelligente Stromzähler

Pensionistenverband warnt vor Kostenbelastungen

Wien (OTS/SK) - Bei den neuen, sogenannten "Intelligenten Stromzählern" wird der Stromverbrauch eines Haushalts alle 15 Minuten erfasst und gespeichert. Wirtschaftsminister Mitterlehner will, dass 95 Prozent der üblichen Stromzähler bis zum Jahr 2018 gegen die "Intelligenten Stromzähler" ausgetauscht werden. Dazu gibt es auch bereits einen Verordnungsentwurf. Die Vorgaben der EU sind etwas lockerer, sie verlangen 80 Prozent bis zum Jahr 2020. Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) rät aber wie viele andere Konsumentenvertreter vor überstürztem Handeln ab, da es noch zu viele offene Fragen gibt. ****

Harald Glatz, der Konsumentenschutzexperte des Pensionistenverbandes, warnt vor einer voreiligen, undurchdachten Aktion: "Als Argument für die neuen Stromzähler werden natürlich Stromeinsparungen angegeben. Es gibt aber vier wichtige Argumente, die gegen eine unkritische und überhastete Einführung sprechen."

1. Es ist nicht geklärt, wer die Kosten zu tragen hat. Eine Schätzung der Energiewirtschaft geht davon aus, dass sich die Kosten für ganz Österreich auf zwei Milliarden Euro belaufen werden. Das wären pro Haushalt mit einem Zähler im Durchschnitt 360 Euro. Die Investitionskosten für Wien dürften bei deutlich mehr als 300 Millionen Euro liegen.

2. Es gibt momentan wenige Anbieter. Wenig Wettbewerb hat hohe Preise zur Folge. Deshalb ist davon auszugehen, dass ein späterer Einstieg billiger kommt. Dies wird auch von der Wien-Energie argumentiert.

3. Ungeklärt sind weiters die Auswirkungen auf den Datenschutz. Es sind sensible Daten, die generiert werden. Theoretisch kann nachvollzogen werden, wann man als Mieter zu Hause ist, was man gerade macht, wie viele Personen sich gerade ungefähr in der Wohnung aufhalten, etc. Das ergibt einen "gläsernen Verbraucher", wie die Konsumenten ihn sich bestimmt nicht wünschen.

4. Außerdem besteht auch die Gefahr, dass sobald diese neuen Informationen über die Verbraucher vorhanden sind, die Tarife in der Zukunft extrem zeitabhängig gestaltet werden. Dabei leiden die Konsumenten schon jetzt unter einem undurchsichtigen Tarifdschungel in vielen anderen Bereichen, wie etwa bei den Handykosten. Gerade Senioren wollen Sicherheit und Transparenz.

"Die überstürzte Umstellung auf die neuen Stromzähler ist bestimmt nicht im Sinne der Konsumenten. Erst wenn alle Unklarheiten ausgeräumt, Datensicherheit und Privatsphäre der Verbraucher sichergestellt sind und auch Kostenklarheit gegeben ist, werden wir Umstellungen und Vereinfachungen im Sinne der älteren Generation und aller anderen Konsumenten unterstützen", betont Glatz. (Schluss) sv/mp

Rückfragehinweis: Pensionistenverband Österreichs, presse@pvoe.at, Andreas Wohlmuth, Tel. 0664/48 36 138, Daniel Auer, Tel. 01/313 72-31

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001