Kritik an ORF-(Nicht-)Berichtserstattung und möglicher kirchlicher Einfluss

Wien (OTS) - Am 27.3.2012 forderte die Initiative Religion ist Privatsache den ORF auf, die von ihm per Aussendung angekündigte "Karfreitag-Schweigeminute" aufgrund ihrer Nichtvereinbarkeit mit dem ORF-Gesetz vom Sendeplan zu entfernen. Ferner wurde der ORF aufgefordert, für eine ausgewogene Programmgestaltung während der Karwoche und den Osterferien zu sorgen. Während zahlreiche unabhängige Medien über die geäußerten rechtlichen Bedenken der Initiative berichteten ignorierte der ORF in seiner Berichtserstattung diese Thematik.

Ähnlich verhielt sich der ORF auch gegenüber der versuchten "pro-christlichen Sprachregelung" im Landesstudio NÖ, ein Vorgang, der zu einer breiten öffentlichen Diskussion führte und schließlich gar in einer KommAustria-Verurteilung des ORF mündete.

Per Anwaltsschreiben machte die Initiative Religion ist Privatsache ORF-Chef Alexander Wrabetz heute nun darauf aufmerksam, "dass der Umgang des ORF mit christlichen Glaubensinhalten und daraus resultierende Gesetzesverletzungen auch in der eigenen Berichterstattung seinen Niederschlag finden müsse". Im selben Schreiben wurde Wrabetz auch auf die Pflicht des ORF, ungeachtet der bestehenden Vorrechte der christlichen Kirchen im ORF-G, "gemäß § 4 Abs 1 Z 1 ORF-G die Allgemeinheit über alle wichtigen politischen, sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Fragen umfassend zu informieren", aufmerksam gemacht.
In Abhängigkeit von der weiteren Vorgehensweise des ORF wird die Initiative Religion ist Privatsache mögliche weitere rechtliche Schritte überprüfen lassen, um die lückenlose und weltanschaulich neutrale Berichtserstattung zu sichern.

Gem. §28 ORF-G haben je ein Vertreter der katholischen Kirche und der evangelischen Kirche - als einzige Vertreter der Religionsgemeinschaften Österreichs - einen Sitz im ORF-Publikumsrat. Ferner sichert das ORF-G die Bestellung eines Vertreters der Kirche als Mitglied des ORF-Stiftungsrat. Der ORF-Stiftungsrat überwacht die ORF-Geschäftsführung und ist für die Bestellung oder Abberufung des Generaldirektors zuständig.
Zum Brief im Wortlaut:
http://www.ots.at/redirect/religion-ist-privatsache-orf

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