AK: Stopp dem Preisschub bei Mieten!

Richtwertmieten steigen mit 1. April - Runter mit den Mieten

Wien (OTS) - Auf MieterInnen in privaten Altbauten rollt eine Belastung zu: Die Richtwerte steigen - laut Kundmachung des Justizministeriums - ab 1. April um mehr als fünf Prozent. "Mieter müssen für eine 80 Quadratmeter-Wohnung 30 Euro mehr im Monat zahlen, im Jahr sind es 360 Euro", sagt AK Mietexperte Walter Rosifka. "Sprit, Wohnen, Energie, die Kosten wachsen in den Himmel. Die laufende Verteuerung der überhöhten Richtwertmieten durch Indexierungen muss gestoppt werden." Die AK fordert eine Mietrechts-Reform, die billigere Mieten und Entlastungen bei den Hausbetriebskosten bringt.

Die sogenannten Richtwertmieten - je nach Bundesland unterschiedlich - gelten für nach dem 1. März 1994 abgeschlossene Mietverträge für Altbauten. Betroffen sind MieterInnen von rund 300.000 Wohnungen, rund 220.000 davon sind in Wien. Die Erhöhung trifft nicht nur Neuverträge, sondern praktisch alle in den letzten 18 Jahren abgeschlossenen Verträge, da sie oft entsprechende Anpassungsklauseln im Vertrag haben.

Bundesland Richtwerte ab 1.4.2012 Richtwerte ab 1.4.2010

Wien 5,16 Euro/m2 4,91 Euro/m2 Burgenland 4,70 Euro/m2 4,47 Euro/m2 Kärnten 6,03 Euro/m2 5,74 Euro/m2 Niederösterreich 5,29 Euro/m2 5,03 Euro/m2 Oberösterreich 5,58 Euro/m2 5,31 Euro/m2 Salzburg 7,12 Euro/m2 6,78 Euro/m2 Steiermark 7,11 Euro/m2 6,76 Euro/m2 Tirol 6,29 Euro/m2 5,99 Euro/m2 Vorarlberg 7,92 Euro/m2 7,53 Euro/m2

"Zum bloßen Richtwert werden meist noch sehr hohe nicht näher definierte Zuschläge gerechnet. Weiters können Vermieter noch zusätzlich die Betriebskosten und dabei auch ihre Grundsteuer und Kosten für Versicherung auf die Mieter überwälzen. Mit der zehnprozentigen Umsatzsteuer und den Betriebskosten liegen wir dann bei durchschnittlich rund elf Euro Miete mehr pro Quadratmeter", sagt Rosifka.

Die MieterInnen müssen entlastet werden. Die AK verlangt eine Reform des Mietrechts:

1 Mieten von Inflation entkoppeln: Mietzinse sollen für alle Wohnmietverhältnisse erst alle fünf statt zwei Jahre angepasst werden und nur um die Hälfte der Inflation erhöht werden.

2 Klare Mietenbegrenzung bei privaten Mieten: Der undurchschaubare Dschungel an Zu- und Abschlägen bei den Richtwerten soll beseitigt werden. Die Zuschläge zum Richtwert müssen generell auf höchstens 20 Prozent des Richtwertes begrenzt werden.

3 Nicht alle Kosten MieterInnen anrechnen: Nebenkosten des Vermieters wie Grundsteuer, Verwaltungs- und Versicherungskosten dürfen nicht mehr auf MieterInnen überwälzt werden.Als Betriebskosten sollen nur jene Kosten gelten, die MieterInnen unmittelbar verursachen, etwa Kosten für die Wasserversorgung, Abwasser- und Müllentsorgung.

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