Seeber: Einheitliche, höhere Sicherheitsstandards für Bohrinseln

Gasleck auf Nordsee-Bohrinsel: EU-Abgeordnete fordern Konsequenzen

Brüssel, 30. März 2012 (OTS) "Das Kompetenzgeflecht zwischen Mitgliedstaaten und EU bei den Sicherheitsregeln für Bohrinseln muss entwirrt und geklärt werden", fordern die beiden Umweltsprecher der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament Richard Seeber (ÖVP) und Peter Liese (CDU). Sie wollen höhere und vor allem einheitliche Sicherheitsstandards für alle Mitgliedstaaten. Bisher ist die Aufsicht über die Bohrplattformen weitgehend national geregelt. "Wir haben nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die richtigen Lehren gezogen. Diese gilt es jetzt schnellstmöglich umzusetzen", so Liese. Die von der EU-Kommission im Herbst 2011 vorgeschlagene Angleichung der Sicherheitsstandards für küstennahe Erdöl- und Gasförderung in der EU solle jetzt so schnell wie möglich verabschiedet werden. "Die Gasgewinnung in europäischen Gewässern ist wichtig für die Energiesicherheit Europas. Spätestens jetzt ist aber klar, dass die Sicherheitsstandards in den Mitgliedstaaten besser umgesetzt oder -wenn nötig - erhöht werden müssen", so Seeber. ****

Liese fordert eine genaue Untersuchung der Ursachen des Unglücks vor der schottischen Küste: "Egal, ob die Sicherheitsbestimmungen eingehalten wurden, aber nicht ausreichend waren, oder ob Bestimmungen missachtet wurden, es besteht in jedem Fall Handlungsbedarf", so Liese. Einheitliche Regeln für Bohrplattformen in der EU seien sowohl für die Umwelt als auch für die Unternehmen von Vorteil. "Europaweit einheitliche, hohe Mindeststandards für die Öl- und Gasförderung schützen die Umwelt und die Arbeiter auf den Plattformen und erhöhen gleichzeitig die Rechtssicherheit für die Förderfirmen. Bisher sind sie mit einem Flickenteppich aus nationalen Sicherheitsvorschriften
konfrontiert", so Seeber. In den Gewässern der EU sind knapp tausend Bohrinseln installiert, rund die Hälfte davon im britischen Teil der Nordsee.

Eine völlig risikofreie fossile Energiegewinnung sei aber nicht möglich, erinnern die beiden Umweltexperten. "Die Ratlosigkeit im Kampf gegen das Gasleck und die drohende Explosion zeigt, dass die fossile Energiegewinnung trotz moderner Technik, weiter mit erheblichen Risiken für Mensch und Natur verbunden bleibt", so Seeber. Langfristig fordern Liese und Seeber einen Umstieg auf erneuerbare Energien. "Die Förderung ist nicht nur sauberer, sondern auch risikoärmer", so Liese abschließend."

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Richard Seeber, MEP, Tel.: +32-2-284-5468
(richard.seeber@europarl.europa.eu)
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-384784
(daniel.koster@europarl.europa.eu)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0002