Walser zur "Telfser Affäre": Grüne fordern Betroffene auf, Beschwerde einzulegen

Bildungssprecher Amon und Mayer als "Beschwichtigungsduo"

Wien (OTS) - "Wenn AHS-reife Kinder keinen Platz in einem
Gymnasium erhalten, sollten die Eltern Beschwerde beim Landesschulrat einlegen", rät Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in Reaktion auf die Aussagen der Bildungssprecher von SPÖ und ÖVP, wonach jedes AHS-reife Kind auch in eine AHS aufgenommen werden müsse.

Walser wirft SPÖ und ÖVP Heuchelei vor: "Amon und Mayer treten den empörten Eltern als Beschwichtigungsduo entgegen. Das ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten, denn die Sachlage hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert. Rechtswidrig werden in der einen Region AHS-reife Kinder nach Gutdünken der Landesschulräte in die Gymnasien aufgenommen oder nicht. In Telfs will das gar der Bürgermeister entscheiden." Diese Probleme sind seit langem bekannt: "Neu ist nur die Dummheit der Verantwortlichen, diesen rechtswidrigen Zustand wie in Telfs sogar in einen Vertrag zu schreiben."

Die seit Jahrzehnten geübte Praxis führt zu einer massiver Benachteiligung des ländlichen Raums. Während beispielsweise im Bezirk Hermagor in Kärnten gerade einmal 0,8% der Kinder eine AHS-Unterstufe besuchen, treten heuer in Wien allein im 1. Bezirk 94,1% der VolksschülerInnen in eine AHS über. "Die ÖVP möge ihrer ländlichen Anhängerschaft klarmachen, warum sie seit Jahren darauf beharrt, ausgerechnet den ländlichen Raum bildungspolitisch auszuhungern", so Walser weiter.

Wenig Vertrauen hat Walser in die markigen Worte des SPÖ-Bildungssprechers: "Die SPÖ will sich für den Wahlkampf offensichtlich als 'Schulreformpartei' profilieren. Gestern noch hat sie das Gesetz über die Neue Mittelschule im Parlament als 'Jahrhundertgesetz' gefeiert, heute schon meint derselbe Politiker, es handle sich bei der NMS nur um einen 'Zwischenschritt'. Darauf werden sich Wählerinnen und Wähler selbst einen Reim machen."

"Wenn die SPÖ es ernst meint, möchte ich sie daran erinnern, dass wir im Parlament seit vier Jahren eine Mehrheit für die Gemeinsame Schule hätten. Wir stehen dazu bereit. Die Bevölkerung will statt großer Worte endlich Taten sehen", so Walser.

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