Kinderfreunde: Späterer Unterrichtsbeginn aus Kindersicht wünschenswert

Die Kinderfreunde unterstützen die Forderungen des Bildungsexperten Andreas Salcher.

Wien (OTS) - "Ein späterer Beginn des tatsächlichen Unterrichts in der Schule würde die Lerneffekte bei vielen Schülern erhöhen", erklärt Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. Es gebe genügend Studien, die solche Effekte belegen. Aus Sicht der Kinderfreunde sei es notwendig, das Schulsystem auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen abzustimmen und auf die bestmöglichen Lernerfolge abzuzielen.

"Es ist jedoch natürlich notwendig, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mitzubedenken, späterer Unterrichtsbeginn darf nicht bedeuten, dass die Kinder später in die Schule gehen", so Wutzlhofer weiter. Hier müsse ein Modell mit lockeren Einstiegsphasen angedacht werden, damit alle Kinder auf ein gleiches Aufmerksamkeitslevel gebracht werden können. "Auch Berufstätige haben im Beruf oft eine morgendliche Einstiegsphase und flexible Modelle wie Gleitzeit werden immer weiter verbreitet. Doch bei unseren Kindern setzen wir weiterhin auf ein starres System, das von vielen Schülerinnen und Schülern schon in den ersten Stunden Höchstleistungen abrufen will", zeigt Wutzlhofer Verständnis für die SchülerInnen.

Es sei jedoch auch eine Herausforderung für die Wirtschaft: "Um den Start in den Tag für Kinder und Jugendliche besser zu gestalten und ihnen das Lernen zu erleichtern, müssen auch die Arbeitszeitmodelle für Eltern flexibler werden. Das bedeutet mehr Toleranz für späteren Arbeitsbeginn oder Gleitzeitmodelle für Eltern, wo das möglich ist", fordert Wutzlhofer.

Aus Sicht der Kinderfreunde ginge es sehr in die Richtung des verschränkten Ganztagsunterrichts: "Wir müssen die Schule endlich als Ort der Förderung begreifen, an dem wir die größtmöglichen Lernerfolge dadurch erzielen, dass wir uns flexibel auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einstellen und sie dort abholen, wo sie sind. Das aktuelle System ist dafür zu starr und braucht dringend eine groß angelegte Reform im Interesse der Kinder und Jugendlichen und Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler", so Wutzlhofer abschließend.

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