Regner: Private Unternehmen benötigen klare Verhaltensregeln für nachhaltiges Wirtschaften

SPÖ-Europaabgeordnete kritisiert mangelnde Bereitschaft der Konservativen, sich bei Arbeitnehmer-Beteiligung und verbindlichen Regeln zu bewegen

Wien (OTS/SK) - Nach der heutigen Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlaments zu einem Corporate-Governance-Rahmen für europäische Unternehmen kritisiert die SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner, dass wesentliche Maßnahmen keine Mehrheit erhalten haben. Einzig die Sozialdemokraten und andere linke Kräfte des EU-Parlaments setzten sich für echte Verbesserungen ein - konkret für effektive Reformschritte bei der Arbeitnehmer-Beteiligung in Unternehmensentscheidungen sowie für verbindliche Regeln. "Bestehende freiwillige Leitbilder sind nicht ausreichend, wie die Krise gezeigt hat. Fair und gerecht sind einzig gesetzliche Verhaltensregeln, die für alle Beteiligten in gleichem Maße gelten", sagt Regner, die Chefverhandlerin der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament. Sie erläutert: "Es geht uns vor allem um einen nachhaltigen Unternehmenserfolg, um langfristiges Denken. Die Macht der Aktionäre mit ihrem kurzfristigen Gewinnstreben soll mit entsprechenden Regeln aufgeweicht werden. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft, daher müssen auch die relevanten Gruppen mitreden können. Die Transparenz bei Managergehältern ist hier ebenfalls besonders wichtig." ****

"Insofern forderte ich mit meinem alternativen Bericht, dass alle börsennotierten Unternehmen verpflichtende Corporate-Governance-Regeln einhalten müssen und Arbeitnehmer in die Unternehmensentscheidungen einbezogen werden sollen. Diese denken langfristig und nachhaltig, da sie auf ihre Jobs angewiesen sind und insofern gegen die Verlockung von kurzfristigen Unternehmensgewinnen besser gewappnet sind. Die EU-Kommission muss nun einen Schritt weiter gehen als der schwache Bericht der Europäischen Volkspartei und die Lehren aus der bisher bestehenden und nicht funktionierenden Unternehmenskultur ziehen, erklärt Regner. "Einzig die Forderung von Frauenquoten (30 Prozent bis 2015 und 40 Prozent bis 2020) in den Leitungsgremien von Unternehmen konnte im EU-Parlament durchgesetzt werden. Ein sehr wichtiges Signal an die Kommission, damit Reding und Barnier nun EU-weite verpflichtende Frauenquoten in Unternehmen einführen", freut sich die EU-Abgeordnete.

Die Praxis zeigt, dass es bei privaten Unternehmen Aufholbedarf gibt. Regner: "In Österreich waren 2010 nur etwa fünf Prozent Frauen in der Geschäftsführung und knappe zehn Prozent in Aufsichtsräten vertreten. Doch mehr Diversität ist auch als Krisenschutz zu verstehen. Die Finanzkrise 2008 wurde schließlich von Männergremien verursacht. Mehr weibliche Führungskräfte und die demokratische Einbindung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in für sie wesentliche Entscheidungen bringen damit nicht nur Vorteile für die Gesellschaft, sondern vor allem auch für die Unternehmen selbst." (Schluss) mo/mp

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