Pflegeurlaub: Wirtschaft offen für Gespräche, aber nicht für Einbahnlösungen

WKÖ-Gleitsmann: Arbeitsrecht bietet bereits viel Schutz für Eltern - keine Zusatzbelastungen für Betriebe

Wien (OTS/PWK215) - "Die Wirtschaft hat volles Verständnis für
die Lage von Eltern, die kranke Kinder zu betreuen haben. Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer sind selbst Eltern. Die Wirtschaftskammer Österreich ist daher stets offen für Gespräche", hält Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) fest. Es sei aus der Sicht der Wirtschaft jedoch nicht nachvollziehbar, warum die Unternehmen die Kosten für soziale Leistungen tragen sollten, die sich nicht aus der Betriebssphäre, sondern aus gesamtgesellschaftlichen Veränderungen ergeben, wie die steigende Zahl von Patchworkfamilien und deren Probleme bei der Pflege kranker Kinder.

Zudem biete das Arbeitsrecht in Österreich bereits viel Schutz für Eltern, erläutert der WKÖ-Experte: Diese haben nicht nur das Recht auf Pflegeurlaub für eine Woche, sondern hinsichtlich betreuungsbedürftiger Kinder auch für eine zweite Woche. Dazu kommt in den meisten Fällen das Recht auf Dienstfreistellung aus wichtigen persönlichen Gründen. Zusätzlich gibt es teilweise kollektivvertragliche Freistellungsansprüche und den Anspruch auf 5 bis 6 Wochen Urlaub pro Jahr. Daneben haben Eltern in Österreich eine Vielzahl von - international zum Teil einzigartige - Ansprüchen, die letztlich die Betriebe finanzieren - etwa das Recht auf Karenz und Elternteilzeit bei Kündigungsschutz, volle Anrechnung von Nichtarbeitszeiten und Teilzeiten für arbeitsrechtliche Ansprüche etwa auf Vorrückung oder Abfertigung sowie diverse Freistellungsansprüche.

Gleitsmann abschließend: "Statt an weitere Belastungen für Betriebe zu denken, sind tragfähige politische Lösungen für eine gerechte Kostenverteilung notwendig. Die österreichischen Unternehmen müssen schon jetzt hohe finanzielle Belastungen schultern. Daher:
Bitte keine Einbahnlösungen zu Ungunsten der Betriebe!" (PM)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martin Gleitsmann
Tel.: +43 (0)5 90 900 4286, F:+43 (0)5 90 900 3588

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0007