Städtebund begrüßt Gesetzesinitiative zu Schönheits-OPs

Wien (OTS) - Strengere Regeln für Schönheitsoperationen und ein verschärfter Jugendschutz beinhaltet die Gesetzesinitiative von Gesundheitsminister Alois Stöger, die gestern, Mittwoch, in Begutachtung gegangen ist. Insbesondere das Schutzalter - Schönheits OPS sind für unter 16-Jährige grundsätzlich verboten -, sowie eine Werbebeschränkung werden durch den Österreichischen Städtebund begrüßt: "Die Initiative von Gesundheitsminister Stöger, klare Regelungen einzuführen und den Schutz der Jugendlichen zu erhöhen, wird vom Frauenausschuss des Städtebundes unterstützt", sagt Sandra Frauenberger, Vorsitzende des Ausschusses für Frauenfragen des Österreichischen Städtebundes. "Frauen und Mädchen werden tagtäglich mit übertriebenen und künstlichen Schönheitsbildern konfrontiert:
quasi kein Körper wird unbehandelt in den Magazinen abgedruckt, Computerprogramme machen aus normalen Frauen künstliche Schönheitsbilder. Für viele Frauen ist der Druck sich diesen künstlichen Idealen anzupassen so hoch, dass sie durch Diätwahn und Schönheitsoperationen ihrem eigenen Körper Schaden zuführen", so Frauenberger.

Schönheitsoperationen an Jugendlichen standen im Mittelpunkt des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes. Im November letzten Jahres wurde eine Resolution verabschiedet, worin ein Verbot für Schönheits OPS an nicht volljährigen Personen gefordert wurde.

Ein Viertel der Frauen kann sich Schönheits OPS vorstellen

In einer Studie des Wiener Frauengesundheitsprogramms gaben 8 Prozent der Frauen und Mädchen über 14 Jahren an, bereits einen schönheitschirurgischen oder kosmetischen Eingriff hinter sich zu haben. Weitere 25 Prozent können sich vorstellen, eine solche schönheitsmedizinische Intervention machen zu lassen. Schätzungen zufolge sind es rund 50.000 Schönheitsoperationen pro Jahr, die in Österreich durchgeführt werden. Favoriten bei den medizinischen Eingriffen sind Fettabsaugungen, Brustvergrößerungen, Falten- und Gesichtsstraffungen, Augenlid- und Nasenkorrekturen. Das Nervengift Botox erreicht schon fast die Anwendungshäufigkeit von kosmetischen Artikeln. Die Tendenz ist steigend, obwohl nur 10 Prozent mit dem Ergebnis ihrer Schönheitsoperation "sehr zufrieden" sind und 11 Prozent sogar "sehr unzufrieden". Immer mehr Menschen begeben sich in schönheitschirurgische oder kosmetische Behandlung und sie werden immer jünger.

Die Forderungen des Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes:

o Ethische Kriterien und Qualitätsstandards für Schönheitsoperationen und - eingriffe (analog zu den "Leitlinien zur weiblichen Genitalchirurgie", Wien) o Standardisierte, objektivierte PatientInnen-Informationsblätter zu Schönheitsoperationen und -eingriffen samt schriftlicher Zustimmungserklärung seitens der KonsumentInnen/PatientInnen o Psychologische Beratung im Hinblick auf eine Körperbildstörung als Voraussetzung für einen schönheitschirurgischen Eingriff o Verbot der Durchführung von Schönheitsoperationen an noch nicht volljährigen Personen o Werbeverbot für Schönheitsoperationen und -eingriffe in Diskotheken, TV-Shows und anderen Medien o Kennzeichnungspflicht für unrealistisch verfälschte bzw. bearbeitete Bilder von Frauen in Werbesujets o Prüfung der Einhaltung und bei Bedarf Verurteilung von Verstößen hinsichtlich der vorhin genannten Werbeverbote sowie der Kennzeichnung von verfälschten Körperbildern durch den Österreichischen Werberat o Verankerung von gesundem Körperbewusstsein, positiver Selbstwahrnehmung etc. in schulischen Lehrplänen

Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes

Im Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes sind die auf politischer Ebene verantwortlichen Politikerinnen sowie die städtischen Frauenbeauftragten vertreten. Vorsitzende des Ausschusses ist die amtsführende Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger. Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes hat sich zum Ziel gesetzt, die Situation der Frauen unmittelbar vor Ort zu verbessern. Erfahrungsaustausch und gemeinsame Aktionen, wie ein österreichweites Pfeifkonzert gegen Gewalt an Frauen, Aktionen zum Equal Pay Day und gemeinsam erarbeitete Resolutionen, machen den Frauenausschuss zu einer wichtigen Plattform für kommunale Frauenpolitik.

o Mehr Informationen unter: www.staedtebund.gv.at/themenfelder/frauen.html

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