Berlakovich: Erfolg und Wachstum für Wirtschaft und Umwelt

OECD-Umweltministerkonferenz in Paris diskutiert "grünes Wachstum"

Paris (OTS) - Beim Treffen der OECD Umweltminister in Paris werden heute und morgen Strategien diskutiert, wie sich wirtschaftliche Weiterentwicklung und Umweltentlastung vereinen lassen. "Die Industriestaaten müssen sich der Verantwortung bewusst sein, dass sie bei der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen Vorbilder sind für Schwellenländer und Entwicklungsländer", betonte Berlakovich.

Der österreichische Umweltminister wurde eingeladen, der VertreterInnen der 34 OECD-Staaten Paris die erfolgreichen Öko-Strategien des Umweltmusterlandes Österreich vorzustellen. "Österreich zählt zu den Vorbildern bei green jobs, in der Nutzung erneuerbarer Energie, bei der Wasserversorgung, in der Bio-Landwirtschaft und im Abfallmanagement. Wir beweisen, dass Ökologie und Ökonomie einander perfekt ergänzen. Unser Erfolgsmodell des 'grünen Wachstums' wollen wir auch bei der großen UN-Nachhaltigkeitskonferenz im Juni in Rio vorstellen und weitergeben.", sagte Berlakovich.

Dass auf Dauer nur ein "grünes Wachstum" möglich ist, beschreibt die OECD selbst in ihrem "Umweltausblick bis 2050". Bei einem prognostizierten Anstieg der Weltbevölkerung auf über neun Milliarden geht sie davon aus, dass die Nachfrage nach Nahrungsmitteln um 70 % und der Energieverbrauch um 80 % steigen werden. Werden keine wirksamen Maßnahmen getroffen, so werde 2050 laut Berichtsszenario der Anteil der fossilen Brennstoffe noch immer 85 % ausmachen, werde die Erderwärmung stärker zunehmen als bisher angenommen, werde die Artenvielfalt an Land um weitere 10 % abnehmen und würden 2,3 Milliarden Menschen mehr als heute unter Wassernot leiden.

Österreichische Erfolge bei green jobs, Ökoenergie, Bio-Landwirtschaft, Wasser und Abfall

Österreich mit seinem hervorragenden Ruf im Umweltbereich wurde von der OECD bewusst eingeladen. "Wir haben 210.000 green jobs, die im Zusammenhang mit Umweltschutz und erneuerbarer Energie stehen. Diese Arbeitsplätze stehen für 11,8 % des Bruttoinlandsprodukts sowie für überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten bei Umsatz und Beschäftigtenzahl", berichtete Berlakovich. Sein Ziel ist es, die Zahl der green jobs bis 2020 um weitere 100.000 zu erhöhen.

Dieses Ziel sei genauso realistisch und machbar wie das Ziel der Energieautarkie. "Bis 2050 kann Österreich zu 100 Prozent Energie aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Schon jetzt decken diese 30,8 % des Gesamtenergieverbrauchs und 65,3 % des Stromverbrauchs", sagte Berlakovich.

Als weiteres Erfolgsmodell wird er der OECD das österreichische Modell der thermischen Sanierung nennen. "In den letzten drei Jahren haben wir durch 200 Millionen Euro Förderungen rund 33.900 Gebäude saniert, 8,7 Millionen Tonnen CO2 eingespart sowie pro Jahr 12.500 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert."

Weltmeister sei Österreich in der Bio-Landwirtschaft und bei der Mülltrennung. "Wir können stolz darauf sein, dass bereits 20 % der Nutzfläche biologisch bewirtschaftet werden und dass wir bei der Abfalltrennung eine Verwertungsrate von 96 % erreicht haben." Das gesamte Abfallaufkommen sei in den letzten fünf Jahren um 500.000 Tonnen zurückgegangen. Vorbildliche Erfolge verzeichne Österreich weiters bei der Reinheit seiner Gewässer und beim Grad der Abwasserentsorgung.

"Rio-Konferenz muss klare Vereinbarungen bringen"

"Mit unseren Erfahrungen bringen wir auch uns derzeit aktiv in der Vorbereitung der UN-Konferenz im Juni in Rio ein", berichtete Berlakovich. "Mir ist wichtig, dass Rio keine lauen Kompromisse bringt. Alle Staaten müssen sich um klare Vereinbarungen bemühen. Das wird nur dann möglich sein, wenn die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Wirtschaftsentwicklung erkannt wird und als Chance genutzt wird."

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