Leitl zu WIFO/IHS-Prognosen: Null vor dem Komma ist kein Ziel, 1% BIP-Wachstum angestrebt

Gedämpfte Aussichten erfordern dringend weitere Reformen, aber nicht über neue Steuern - Sparpaket war nur ein Schritt zur Konsolidierung

Wien (OTS/PWK213) - Anlässlich der heute, Donnerstag, vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO und dem Institut für Höhere Studien (IHS) veröffentlichten Konjunkturprognosen betont Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, dass er wesentlich optimistischer nach vorne blicke und heuer für Österreich ein BIP-Wachstum von einem Prozent anstrebe: "Eine Null vor dem Komma ist kein Ziel, auch nicht unter erschwerten weltwirtschaftlichen Bedingungen", so Leitl.

Das WIFO geht in seiner aktuellen Prognose für 2012 von einem BIP-Wachstum von 0,4% aus, das IHS von etwas besseren 0,8%. Für die Eurozone erwarten beide Institute einen Rückgang von minus 0,2% für das Jahr 2012. Dass Österreich selbst mit der vorsichtigeren WIFO-Prognose noch über dem Eurozonen-Durchschnitt liege, sei kein Grund zu Euphorie, denn den großen Gegnern im globalen Wettbewerb wird es heuer durchaus besser gehen. Das weltweite Wirtschaftswachstum werde laut WIFO 3,4%, jenes der USA 2% ausmachen. Positiv stimme derzeit indes, so Leitl, die im europäischen Vergleich nach wie vor niedrige Arbeitslosenrate und auch das für heuer neuerlich zu erwartende Rekordergebnis bei den Exporten, der Konjunkturstütze Österreichs, die auf rund 127 Milliarden Euro steigen dürften.

Angesichts der grundsätzlich gedämpften Aussichten müssen die politisch Verantwortlichen den gerade begonnenen Reformprozess wesentlich intensiver fortsetzen. Das Konsolidierungspaket der Regierung ist dabei nur ein Schritt. Leitl: "Das ist aber bei weitem noch nicht das Ende des Weges, den Österreich einschlagen muss. Mehr Einsparungen bei Bund, Ländern und Gemeinden statt Steuer- und Abgabenerhöhungen wären wünschenswert gewesen, denn Einsparungspotenzial gibt es noch zur Genüge." Keinesfalls darf die künftige Budgetsanierung über die Einführung weiterer Steuern gegangen werden, "denn das würde die zarte österreichische Konjunkturpflanze zum Welken bringen", warnt Leitl. Vielmehr seien strukturelle Reformen in der Verwaltung, Bürokratieabbau, eine echte Reform des Pensionssystems, des Bildungssektors sowie des Gesundheitsbereichs nötig, um Österreich auch im internationalen Standing wieder nach vorne zu bringen. "Dafür müssen wir jetzt die Weichen für die Zukunft unseres Wohlstands stellen.

Auf dem Reform-Wegweiser in Österreichs Zukunft steht nach wie vor ein Schlagwort", so Leitl abschließend: "Erneuern, um zu wachsen". (BS)

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