GLOBAL 2000 zu Temelin 3 & 4: Österreichische Bundesregierung muss Anhörung fordern!

Gutachten eingelangt - GLOBAL 2000 wird kritisch Stellung beziehen.

Wien (OTS) - Im laufenden UVP-Verfahren zur Errichtung zweier weiterer Blöcke am Standort Temelin ist das Gutachten eingelangt und wird in den nächsten Tagen in ganz Österreich zur Einsicht für alle BürgerInnen aufgelegt werden. Damit haben alle die Möglichkeit, ab Fristbeginn 60 Tage lang, Stellungnahmen abzugeben. Das Gutachten ist der letzte Schritt im UVP-Verfahren bis das tschechische Umweltministerium einen Standpunkt für das AKW Temelin ausarbeitet. "Dazu können wir kritische Stellungnahmen ausarbeiten. Unter anderem fordern wir für die österreichischen BürgerInnen eine gleichwertige Anhörung gemäß ESPOO-Konvention über die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung. Es genügt nicht, wenn die tschechische Seite nur zur Anhörung nach Budweis einlädt und in Österreich nur eine Informationsveranstaltung anbietet", sagt Patricia Lorenz, Atom-Expertin von GLOBAL 2000.

"Es gilt Temelin 3 & 4 zu verhindern und dabei alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Deutsche NGOs und einige Länder in Deutschland verlangen dies massiv, daher kann keine Rede davon sein, dass Österreich mit seiner Forderung nach einer Anhörung im eigenen Lande allein stünde. Das Gutachten zeigt sich zufrieden mit der Abschätzung der Umweltfolgen, obwohl z.B. weder der Reaktortyp noch dessen Leistung genau angegeben wurden - Leistungsangaben zwischen 2000 MW und 3400 MW werden als ausreichend akzeptiert. Es handelt sich bei dieser Art der UVP eher um ein "Blankoscheck-Verfahren".

Das Vorhaben der Errichtung von zwei weiteren Blöcken ist im Gegensatz zu den frühen 90er Jahren in der tschechischen Öffentlichkeit kein unwidersprochenes Vorhaben. Neben politischen Bedenken, wie der kritischen Haltung Österreichs und Deutschlands Ausstieg, sind es wirtschaftliche. Neben den üblichen hohen Investitionskosten für AKWs ist es die Diskussion rund um ein Atomstromimportverbot, welche genau verfolgt wird, denn bereits der Strom aus den bestehenden Blöcken wird nach Österreich und andere Länder exportiert. "Wir brauchen das Atomstromimportverbot und fordern die österreichische Bundesregierung, insbesondere Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner, dazu auf, sich auch in Sachen Temelin für Österreich stark zu machen", sagt Lorenz abschließend.

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