Erstmals große Umfrage zur Familiensituation bei erkrankten Kindern

Fast jeder Zweite traut sich nicht Pflegefreistellung zu beantragen - 80% wünscht sich Pflegefreistellung auch fürs Krankenhaus

Ungenach (OTS) - Wie schwierig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, vor allem wenn Kinder ins Krankenhaus müssen, belegt eine aktuelle Umfrage von KiB children care an mehr als 1000 in Österreich lebenden Eltern.

Die Ergebnisse:

12% der Befragten waren Männer, 88% Frauen. 48% aller befragten Personen im Angestelltenverhältnis ist teilzeitbeschäftigt. Bei den Personen mit Partnern sind sogar 59% in Teilzeitjobs tätig. Für die Betreuung erkrankter Kinder sind nach wie vor Frauen zuständig. Der Großteil der Befragten signalisiert hohen Druck durch die gegensätzlichen Anforderungen von Beruf einerseits und Kinderbetreuungspflichten andererseits. Fast jeder zweite Befragte gab an, im letzten Jahr keine Pflegefreistellung beantragt zu haben.

Pflegefreistellung mindert Aufstiegs-Chancen im Beruf

Je kleiner das Unternehmen, desto stärker war der Druck, nicht freizunehmen. 40% der Befragten, die in Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern beschäftigt sind, wollten aufgrund von Personalmangel nicht freinehmen, bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern war es nur ein Viertel (27%). Dementsprechend niedrig war die Anzahl der Pflegefreistellungstage: 42% der Familien mit 2 Kindern beantragten im letzten Jahr bloß 1-3 Tage, sowie auch 51% der Familien mit einem Kind.

Fast die Hälfte der Befragten mit 2 Kindern gab an, dass sich eine Pflegefreistellung negativ auf die Karriere auswirke, wobei die Akzeptanz durch den Arbeitgeber in Vorarlberg am größten und in Wien am geringsten ist. Viele gaben auch an, erst gar keine Freistellung für die Betreuung ihrer kranken Kinder beantragt zu haben.

Einige der Gründe:

"Es gibt keine Vertretung für mich"
"Arbeite in einem Kleinbetrieb"
"Wäre dann Mitarbeiter 2. Klasse"
"Wäre eine Belastung für die Kollegen"
"Habe ein schlechtes Gewissen meinem Arbeitgeber gegenüber "

Eine Frau schildert es so: "Mein größter Horror nach dem beruflichen Wiedereinstieg ist der Krankheitsfall meiner Kinder. Nach der Karenz waren meine Kinder Grund für eine erzwungene "einvernehmliche Kündigung. Eine gesellschaftliche Akzeptanz von Müttern im Arbeitsprozess wäre mein dringendstes Anliegen. In Frankreich ist das möglich!"

Kinder im Krankenhaus führen zu Betreuungskrise für Eltern

Noch größer ist der Druck, wenn Kinder ins Krankenhaus müssen:
55% der 1-Kind-Familien und 78% der 3-4-Kind-Familien geben an, dass ihr Kind schon einmal unerwartet ins Krankenhaus musste, rund die Hälfte der Eltern konnten ihr Kind dabei nicht begleiten. Als Gründe wurden angegeben:

-Weil sie aus beruflichen Gründen nicht freinehmen konnten (72%). -Weil es im Krankenhaus keine Möglichkeit zur Begleitung gab (28%). -Weil ein Antrag auf Pflegefreistellung im Unternehmen "eher negativ" ankommt.

Klar heraus kam, dass Eltern hier Entlastung brauchen. Der größte Wunsch der Befragten ist die Möglichkeit der Pflegefreistellung auch für die Begleitung im Krankenhaus (80%). Und 55% ist eine Gesetzesanpassung bzw. eine Ausweitung der Pflegefreistellung für Mehrkindfamilien wichtig. 58% der Befragten würden sich Entlastung in Form von Pflegefreistellung auch für Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, wünschen. Dieser Wert ist unabhängig vom Wohnort und von der Anzahl der Kinder.

Eltern sind die beste Medizin - vor allem im Krankenhaus

Seit über 25 Jahren setzt sich KiB children care, Interessensvertretung rund ums erkrankte Kind, für die Begleitung des Kindes im Krankenhaus ein. Heute ist die Mutter als Medizin anerkannt, dieser Auffassung wurde im Krankenanstaltengesetz bereits Rechnung getragen, denn Eltern dürfen heute bei ihren Kindern im Spital bleiben. Nur im Gesetz zur Pflegefreistellung fand die Begleitung eines Kindes im Krankenhaus noch keinen Eingang. KiB GF Schausberger zieht ein Resümee aus der aktuellen Umfrage: "Die Gesundheit der Kinder soll für uns alle an erster Stelle stehen. Das Recht auf Pflegefreistellung bei der Begleitung im Krankenhaus sollte gesetzlich festgelegt werden", sagt KiB GF Elisabeth Schausberger. "Das Interesse der Wirtschaft ist hinten anzustellen, denn wir alle brauchen gesunde, lebenstüchtige Kinder. Davon profitiert letztendlich die gesamte Gesellschaft!"

Die ganze Umfrage: www.kib.or.at/onlinebefragung

Podiumsdiskussion: "Wie viel Mama braucht ein krankes Kind", 31.3.12, Graz,
www.kib.or.at/index.php?article_id=297

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