GdG-KMSfB-Marchsteiner: "Stabilisierungspaket: Zur Kassa bitte!"

Berufsausbildung: Unternehmen müssen Beitrag leisten

Wien (OTS/ÖGB) - Im Moment wird im österreichischen Nationalrat über das Stabilisierungspaket, auch gern Sparpaket genannt, diskutiert. "Ein Sparpaket, welches leider wieder die Falschen treffen wird. Nämlich die ArbeitnehmerInnen und Arbeitnehmer in diesem Land. Die angekündigte Ausgewogenheit, von der die Bundesregierung spricht, vermisse ich - oder ich finde sie einfach nicht", so Peter Marchsteiner, Jugendvorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB). "Die Superreichen werden wieder einmal weitgehend verschont und lachen sich ins Fäustchen. Für uns sieht soziale Ausgewogenheit anders aus."++++

"Wer gut ausgebildete Fachkräfte will, muss in die Ausbildung investieren", so Marchsteiner. Momentan bilden nur etwa 20 Prozent der heimischen Unternehmen Jugendliche in einem Lehrberuf aus. "Viele Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden könnten, entziehen sich einfach der Verantwortung und schreien im selben Atemzug nach Fachkräften."

Die österreichische Gewerkschaftsjugend hat zusammen mit den Fachgewerkschaften ein Modell entwickelt, das sowohl Ausbildung als auch Weiterbildung fördern soll. Die sogenannte Fachkräftemilliarde sieht vor, dass ein Prozent der Bruttoentgeltsumme von den Unternehmen über die Sozialversicherung für die Ausbildungsförderung eingehoben werden soll.

Somit wären im Jahr 2009 durch die Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten 756,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die Teilzeitbeschäftigten mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung -Mehreinnahmen von 850 Millionen Euro im Vergleich zum derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den Insolvenzfonds Geld für die Lehrstellenförderung einzahlen. Jene Betriebe, die Lehrlinge aus- und Fachkräfte weiterbilden sollen aus diesem Topf wieder Geld zurückbekommen.

"Die Fachkräftemilliarde würde somit den Bund, der über das AMS tausende überbetriebliche Ausbildungsplätze finanziert, mit 150 Millionen Euro pro Jahr entlasten und die betriebliche Berufsausbildung fördern. Eine Idee, über die sich unsere Bundesregierung mal Gedanken machen sollte", so Marchsteiner.

Rückfragen & Kontakt:

GdG-KMSfB, Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
(01) 313 16 - 83 615
Informationen im Internet: www.gdg-kmsfb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002