• 28.03.2012, 14:53:38
  • /
  • OTS0227 OTW0227

Greenpeace: Belene-Druckbehälter darf nicht in Kosloduj eingebaut werden

Bulgarische Regierung bestätigt Ende für AKW Belene

Sofia/Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt
das Ende des AKW-Projekts Belene in Bulgarien. Die bulgarische
Regierung hat heute offiziell verlautbart, das AKW-Projekt Belene zu
stoppen. "Das Ende des AKW Belene ist ein großer Erfolg für
Greenpeace und die gesamte Umweltbewegung in Bulgarien. Gleichzeitig
macht Belene eines erneut deutlich: Hinter den großen Ankündigungen
der Atomindustrie von niedrigen Baukosten und kurzen Bauzeiten steckt
nichts als heiße Luft. 25 Jahre nach dem Baubeginn musste das Projekt
nun beendet werden", so Niklas Schinerl, Atomsprecher von Greenpeace.
"Die für Belene geplanten Druckbehälter und anderen Reaktorteile
dürfen jetzt auf keinen Fall für den Ausbau des Kraftwerks Kosloduj
verwendet werden."

Das an der Donau geplante Atomkraftwerk im Norden Bulgariens
sollte mit russischen Reaktoren betrieben werden und befand sich
bereits seit mehr als 25 Jahren im Bau. Dieser wurde immer wieder
verzögert, weil die Finanzierung des Projekts nicht ausreichend
gesichert war. Gleichzeitig kam es im Laufe der Jahre zu massiven
Anstiegen bei den Baukosten, womit die Rentabilität des Kraftwerks
immer zweifelhafter wurde. Außerdem stand das Projekt massiv in der
Kritik, weil die Region massiv gefährdet ist, von Erdbeben
erschüttert zu werden.

Der Ankündigung der bulgarischen Regierung einen neuen Reaktor am
bereits existierenden Standort Kosloduj zu bauen, steht Greenpeace
ablehnend gegenüber. Zwei von den ursprünglich sechs Reaktoren im
bulgarischen Kosloduj wurden 2002 und zwei weitere im Zuge der
bulgarischen EU-Beitrittsverhandlungen auf Druck von Österreich aus
Sicherheitsmängeln stillgelegt. Neben den zwei aktiven Reaktoren in
Kosloduj befand sich in den letzten Jahren das AKW Belene im Bau.

"Ein neues Reaktorprojekt in Kosloduj bedeutet neue
Umweltverträglichkeitsprüfungen, neue Zulassungsverfahren und einen
großen Zeitgewinn für die bulgarische Bevölkerung. Die bulgarische
Regierung macht jedoch einen schweren Fehler, wenn sie auf die
Versprechen des russischen Atomkonzerns Rosatom ein zweites Mal
reinfällt und nochmal Unsummen Geld in den Sand setzt", so Schinerl.

Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Atomsprecher Greenpeace, 0664 6126704
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel