KONSUMENT: Amalgamberatung bei 15 Wiener Zahnärzten zeigt erhebliche Diagnosemängel auf

Trend zum Austausch von Amalgamfüllungen, obwohl Gesundheitsschädigung nicht wissenschaftlich bewiesen

Wien (OTS/VKI) - Amalgam ist als Füllungsmaterial vor allem aufgrund seines Quecksilberanteils ins Gerede gekommen. Dass Amalgamplomben zu gesundheitlichen Problemen führen, ist nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch wurde bei einem Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in sieben von 30 Fällen zu einem Tausch aller Amalgamfüllungen geraten - gleich ob diese intakt waren oder nicht. Zwei Testpersonen ließen sich von 15 zufällig ausgewählten Wiener Zahnärzten hinsichtlich Amalgamsanierung bzw. Amalgamtausch beraten. Der Großteil der Ärzte informierte zudem vorrangig über privat zu zahlenden Leistungen - etwa Goldinlays oder Kunststofffüllungen.

Bemerkenswert ist, dass die beiden Testpersonen auf völlig gegensätzliche Diagnosen stießen, die von "alles gesund" bis hin zu "alle Füllungen müssen erneuert werden" reichen. Kein einziger Zahnarzt erkannte sämtliche vom Gutachter im Vorfeld identifizierten Schädigungen. Positiv: Ein Großteil der Ärzte klärte über Vor- und Nachteile der Materialien und über die Kosten auf. Alle Testergebnisse gibt es ab dem 29.3. im April-KONSUMENT und auf www.konsument.at.

"Aus medizinischer Sicht müssen intakte Amalgamfüllungen nicht getauscht werden. Dazu kommt, dass eine Quecksilberbelastung vor allem beim Legen und Entfernen der Füllungen auftritt. Beim Ausbohren für die neue Füllung muss darüber hinaus auch immer gesunde Zahnsubstanz entfernt werden", informiert VKI-Gesundheitsexpertin Dr. Angela Tichy.

Zweitmeinung einholen

"Sofern der Zahnarzt zu einer Komplettsanierung rät, ist es sinnvoll, eine Zweitmeinung einzuholen. Alternativ verwendete Materialien wie Kunststoffe, Gold und Keramik haben gegenüber Amalgam nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Wer sich dennoch für eine Amalgamsanierung oder einen Tausch von Füllungsmaterialien entscheidet, sollte sich über diese Vor- und Nachteile sowie die zu erwartenden Kosten ausreichend informieren (lassen). Hier hat man als Patient auch das Recht auf einen schriftlichen Kostenplan", so Dr. Tichy.

KONSUMENT-Buch "Zähne"

Wie gefährlich ist Amalgam? Was sind die Vorteile- und Nachteile von Gold, Keramik oder Kunststoff? Das KONSUMENT-Buch "Zähne" gibt Antworten auf diese Fragen und ist um 19,60 Euro im Buchhandel und beim VKI (01/588 774, www.konsument.at) erhältlich.

Eine Leseprobe des Buches und nähere Details zum Test gibt es auf www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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