Klarstellung zum Standpunkt der Branche Zeitarbeit, VZA zum AÜG neu und zur Auflösungsabgabe:

Personaldienstleister sind sehr wohl für Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer

Wien (OTS) - In der APA Meldung "APA 0205" vom 20.3.2012 wurde berichtet, dass "Arbeitskräfteüberlasser gegen die volle Gleichstellung mit dem Stammpersonal" wären. Das ist nicht richtig. Fakt ist, dass der österreichische Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung in einer gemeinsamen Pressekonferenz am 20. März mit den Mitgliedern Manpower und Trenkwalder gegen das in der Begutachtungsphase befindliche Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (kurz:
AÜG) NEU, das am 4. April 2012 per Nationalratsbeschluss verabschiedet werden soll, und die Einführung einer Auflösungsabgabe im Ausmaß von Euro 110 eintrat.

"Die Mitglieder des Verbandes agieren seit Jahren pro Gleichstellung der Zeitarbeitnehmer - sei es bei Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kantinen und Betriebskindergärten, sei es beim Zugang zu Bildungsangeboten und Bonifikationen. Hier können die Personaldienstleister jedoch lediglich als Fürsprecher fungieren, die Umsetzung und Weitergabe an die überlassenen Arbeitskräfte liegt letztlich nur bei den Unternehmen selbst - daran ändert auch das AÜG NEU nichts", betont Alexander Praschek, Präsident Österreichischer Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung.

Die Forderungen des Verbandes Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung

1. Beibehaltung des bestehenden Kollektivvertrages

"Das neue AÜG würde eine Bezahlung der Zeitarbeitsnehmer auf der Basis dessen bedeuten, was im einzelnen Beschäftigerbetrieb bezahlt wird und es müssten die von den Unternehmen geschlossenen Zusatzvereinbarungen übernommen werden. Der derzeit gültige Kollektivvertrag für die Branche und die darin geregelten Referenzlohnzuschläge für bestimmte Hochlohnbranchen übererfüllen allerdings die Vorgaben der EU-Richtlinien. Eine Überzahlung der Mitarbeiter durch die Referenzlöhne ist hier verankert um höhere Entlohnungen durch allfällige Betriebsvereinbarungen abzugelten", so Praschek. "Diese Regelung ist eindeutig, verhindert Lohndumping und hat bisher rechtliche Sicherheit gebracht. Das AÜG NEU würde mehr Fragen als Antworten aufwerfen, Rechtsunsicherheit schaffen und den Kollektivvertrag obsolet machen. Wir fordern daher, den derzeit bestehenden Kollektivvertrag als Regelung des Entgelts zu belassen.

2. Keine Beschränkungen bei Auflösung von Dienstverhältnissen

Im AÜG Neu wird gefordert, dass es zu keiner "missbräuchlichen" Beendigung von Arbeitsverhältnissen zur Umgehung gesetzlicher Bestimmung kommen darf. "Wir fordern den Wegfall dieser Bestimmung, da der Begriff "missbräuchlich" nicht eindeutig definiert werden kann", so Praschek.

3. Keine Mitteilungspflicht 14 Tage vor Beendigung einer Überlassung

Das AÜG neu sieht vor, dass der überlassenen Arbeitskraft das Ende der Überlassung mindestens vierzehn Tage vor der Beendigung durch den Überlasser mitzuteilen ist. "Das widerspricht dem Prinzip der Zeitarbeit, da die Beschäftigerunternehmen in der Regel nicht vorhersagen können, wie lange die Überlassung dauert", so Praschek. "Zurücksenden bedeutet nicht automatisch die Beendigung des Dienstverhältnisses."

4. Ausnahmeregelung für Arbeitskräfteüberlasser bei Auflösungsabgabe

Eine weitere Belastung kommt auf die Personaldienstleister mit der Bestimmung im neuen Sparpaket zu, die eine Auflösungsabgabe von Euro 110,- an das Arbeitsmarktservice für jedes einvernehmliche und vom Dienstgeber aufgelöste Dienstverhältnis vorsieht. "Die Arbeitskräfteüberlasser sind die größten und wichtigsten Kunden des AMS: Wir unterstützen mit unserer Arbeit die österreichische Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Branche zahlt für Weiterbildungsmaßnahmen der Dienstnehmer in ein Weiterbildungskonto jährlich eine Summe von 1,5 Mio. ein. Eine zusätzliche Auflösungsabgabe ist für die Personaldienstleister nicht verkraftbar und wir befürchten um 25% weniger Arbeitsverhältnisse", erläutert Praschek. Umgelegt auf die Zahlen des Vorjahres würde das einen Verlust von 62.500 Dienstverhältnissen bedeuten. "Daher sind wir klar gegen diese Regelung bzw. fordern eine Ausnahmeregelung für Arbeitskräfteüberlasser, sodass ein Dienstverhältnis zumindest 6 Monate statt der zur Zeit geforderten 2 Monate, dauern muss, bevor diese Regelung greift."

Contra Arbeitskräfteüberlassungsgesetz NEU

"Mit dem AÜG NEU würde der österreichische Zeitarbeitskollektivvertrag, der in seiner derzeitigen Form als Vorbild für die europäische Zeitarbeitsbranche gilt, obsolet werden. Bei einer jährlichen Anzahl von rund 250.000 abgeschlossenen Dienstverträgen bedeutet das einen enormen organisatorischen Aufwand, den die Personaldienstleister nicht leisten können", so Praschek. Der Verband warnt vor ernstzunehmenden Schäden für Unternehmen und ArbeitnehmerInnen und richtet sich geschlossen gegen das AÜG NEU. Dieses sieht vor, dass die auf Betriebsebene abgeschlossenen Vereinbarungen für Arbeitnehmer auch bei Zeitarbeitern zum Einsatz kommen.

Der österreichische Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung, kurz VZa, wurde 1995 in Wien ins Leben gerufen. Als repräsentative Dachorganisation der österreichischen Zeitarbeitunternehmen vertritt er die Interessen von Unternehmen, deren Aufgabenbereiche in der Arbeitskräfteüberlassung bzw. in der Arbeitsvermittlung liegen. Personaldienstleister, die Mitglied im Österreichischen Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung sind, verpflichten sich über die gesetzlichen Grundbestimmungen hinaus, einen strengen Verhaltenskodex einzuhalten. Das zeichnet diese Personalbereitsteller als seriöse und kompetente Arbeitskräfteüberlasser aus.

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