Gahr zu Südtirol: Faschistische Relikte sollen in Mahnmäler umgewidmet und umgestaltet werden

Vier Parteien-Antrag dazu heute im Unterausschuss des außenpolitischen Ausschusses

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Im Rahmen des Unterausschusses des außenpolitischen Ausschusses (Südtirol) wurde heute, Mittwoch, der Bericht des Bundesministers für europäische und internationale Angelegenheiten an den Nationalrat betreffend Südtirol Autonomieentwicklung behandelt. Darin wird festgehalten, dass Südtirol einen hohen Stellenwert in der österreichischen Außenpolitik besitzt. Viele Jahre nach dem Sturz des faschistischen Regimes ist es auch an der Zeit, den Umgang mit den faschistischen Relikten einer genaueren Betrachtung zu unterziehen und sich der Aufarbeitung der Geschichte zu stellen. Das sagte der Obmann des Unterausschusses des Außenpolitischen Ausschusses, ÖVP-Abg. Ing. Hermann Gahr anlässlich der Sitzung, bei der auch ein Vier-Parteien-Antrag zu diesem Thema behandelt wird.

Es sollte ein umfassender Umgang mit diesen Relikten gewählt werden, man sollte sich eingehender mit der faschistischen Zeit in Italien auseinander setzen. Die von der Südtiroler Landesregierung vorgeschlagene Möglichkeit, die Relikte in Mahnmäler umzuwandeln, sei ein guter und vernünftiger Ansatz. Dieser Gedanke würde den Anspruch der Vergangenheitsbewältigung und der Befassung der Jugend mit einer Zeit, die sie nicht erleben musste, in vorbildlicher Weise erfüllen, meint Gahr.

Die Südtiroler Landesregierung hat nun erste Schritte unter Einbeziehung einer Kommission von Experten und Expertinnen zur Ergänzung der faschistischen Relikte mit Dokumentationszentren bzw. entsprechenden Hinweistafeln gesetzt. So soll z.B. in den unterirdischen Räumen des "Siegesdenkmals" in Bozen ein Dokumentationszentrum eingerichtet werden. Dabei soll nicht nur auf die Geschichte des Denkmals eingegangen, sondern die Zeit des Faschismus und des Nationalsozialismus in Südtirol aufgearbeitet werden. Erklärende Tafeln sollen auch an den Ossarien (Beinhäuser an den Grenzübergängen Südtirols) angebracht werden.

Eine Umwandlung dieser Relikte sollte stets unter Beachtung der persönlichen Gefühle und nach Hinterfragung des historischen Werts der Erhaltung erfolgen. Dass es im Bereich von Denkmälern und Mahnmälern natürlich einer genauen und sensiblen Einzelfallbetrachtung bedarf, versteht sich von selbst und muss dementsprechend gefordert und gefördert werden. "Wir brauchen eine Lösung frei von Vorurteilen und Provokationen", so Gahr weiter.

In diesem Sinne wird heute ein Entschließungsantrag von ÖVP, SPÖ, Grünen und BZÖ im Unterausschuss behandelt. Darin wird "der Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten ersucht, im Rahmen seiner bilateralen Kontakte zu betonen, dass Österreich die Bemühungen der Südtiroler Landesregierung im Einvernehmen mit den demokratischen Vertreterinnen und Vertretern der deutschsprachigen, der ladinischen und italienischsprachigen Bevölkerung zur Umwidmung und Umgestaltung der Relikte aus der faschistischen Ära in Gedenkstätten und Mahnmale für Menschenrechte und Demokratie begrüßt und unterstützt."
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