Kadenbach: Europa muss mehr in Entwicklungshilfe investieren

Selbstgesteckte EU-Entwicklungshilfeziele bis 2015 kaum erreichbar

Wien (OTS/SK) - Gestern, Dienstag, nahm die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach im Rahmen einer ExpertInnentagung zum Thema "Neue Perspektiven der Europäischen Entwicklungspolitik" Stellung. "Wir brauchen in Europa ein gesteigertes Bewusstsein für die Wichtigkeit der Entwicklungshilfe und zwar nicht nur aus humanitären Gründen", sagte Kadenbach. Sie verwies darauf, dass es bei der Entwicklungshilfe nicht nur darum gehe, die Armut in den betroffenen Staaten zu reduzieren, sondern auch darum, Herausforderungen wie etwa den Klimawandel oder die Migration zu bewältigen, die auch Europa betreffen. *****

"Dass die Entwicklungshilfe zu wenig ernst genommen wird, zeigen aktuelle Zahlen. Man hat sich in Europa vorgenommen, dass 2015 0,7 Prozent des Bruttoinlandproduktes für Entwicklungshilfe ausgegeben werden. Jetzt, 2012, stehen wir bei 0,42 Prozent. Wird nicht rasch gehandelt und mehr investiert, werden wir das selbstgesteckte Ziel von 0,7 Prozent nicht erreichen können", so die EU-Abgeordnete. Trotz des restriktiven Sparkurses in Europa dürfe auf die Entwicklungshilfe nicht vergessen werden, denn, so Kadenbach, "was wir jetzt nicht investieren, wird uns in wenigen Jahren um ein Vielfaches mehr belasten".

Sie forderte in ihrem Beitrag auch, dass bei der Gestaltung der Politik - sei es auf nationaler oder auch auf europäischer Ebene -darauf geachtet werden müsse, dass keine negativen Auswirkungen auf Entwicklungsländer entstehen. Als Beispiel nannte Kadenbach Agrartreibstoffe. Der Bedarf könne nicht aus europäischer Landwirtschaftsproduktion gedeckt werden, daher kaufe man aus Entwicklungsländern zu, dies zerstöre dort die kleinbäuerlichen Strukturen. "Es gilt, unser Handeln zu überprüfen und die Entwicklungsländer stets im Blickwinkel zu haben. Viele Hilfsmaßnahmen müssen nur deswegen gesetzt werden, weil die Industriestaaten wenig vorausschauend agieren und der kurzfristige Profit im Mittelpunkt des Interesses steht", sagte Kadenbach. (Schluss) sv/mp

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