Bayr fordert EU-Außenministerinnen und -minister zu raschem Handeln gegen die Hungerkatastrophe im Sahel auf

Hungersnot war vorauszusehen - nur langfristige Maßnahmen für ländliche Entwicklung können die nächste Katastrophe vermeiden

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des morgigen Treffens der EU-Außenministerinnen und -minister ruft Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung diese zum raschen Handeln auf: "In der Sahelzone kündigt sich schon lange eine Hungerskatastrophe an. Erst jetzt, da diese quasi schon vor der Tür steht, fangen die Ministerinnen und Minister an, über Reaktionsmöglichkeiten nachzudenken! Das ist schon wieder viel zu spät", betont Bayr heute, Donnerstag, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. ****

In den Ländern der Sahelzone sind nach Angaben von Hilfsorganisationen mehr als zehn Millionen Menschen von schwerer Unterernährung bedroht. In einer Befragung vor Ort gaben 100 Prozent der Befragten an, schon jetzt ihren Nahrungsmittelkonsum zu reduzieren. Die Trockenzeit steht bevor, die Reserven sind wegen der schlechten Ernte in der letzten Saison knapp, die Nahrungsmittelpreise sind aufgrund von Spekulationen in horrende Höhen gestiegen und die nächste Ernte ist noch in ferner Zukunft.

"Dass es so kommen wird, ist schon lange bekannt. Ich verstehe nicht, warum die Weltgemeinschaft immer wartet, bis es eigentlich schon zu spät ist und erst im letzten Moment aktiv wird", kritisiert Bayr. "Sinnvoller wäre es doch, nicht nur Feuerwehr zu spielen und Hilfslieferungen zu schicken, sondern langfristige Ansätze zu unterstützen", führt Bayr weiter aus.

Ländliche Entwicklung muss vorausschauend und langfristig angelegt werden. Die lokalen Bäuerinnen und Bauern sollen passendes Saatgut anbauen dürfen und nicht zum Anbau von Produkten für den Weltmarkt gezwungen werden. So etwa gibt es an den Rändern der Sahelzone Baumwollmonokulturen. Obwohl diese Pflanze für die trockene Sahelzone nicht geeignet ist, weil sie viel Wasser braucht. Zudem laugen die Baumwollmonokulturen den Boden dermaßen aus, dass er auch für weniger anspruchsvolle Pflanzen unbrauchbar wird. "Die internationale Staatengemeinschaft muss die Menschen in der Sahelzone nicht nur kurzfristig mit Lebensmittelspenden unterstützen. Nein, sie muss die Menschen in den Ländern des Sahels auch darin unterstützen, sich eine langfristige Lebensgrundlage aufzubauen", appelliert Bayr an die Weltgemeinschaft. (Schluss) sv/mp

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