Beschäftigungsprognose für Oberösterreich bis 2016 AK-Präsident Kalliauer: Aus- und Weiterbildung wird immer wichtiger

Linz (OTS) - AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer präsentierte heute eine Wifo-Studie über die Beschäftigungsentwicklung bis zum Jahr 2016. Mit 1,5 Prozent pro Jahr wird der Dienstleistungssektor überdurchschnittlich wachsen. Obwohl die Frauenbeschäftigung kräftig steigt, bleibt ihr Anteil in Oberösterreich unterdurchschnittlich. Und für schlecht Qualifizierte wird es immer schwieriger, Arbeit zu finden. "Wir brauchen verstärkte Anstrengungen zur Aus- und Weiterbildung sowie zur Aufweichung der geschlechtsspezifischen Teilung auf dem Arbeitsmarkt", sagt der AK-Präsident.

Laut Studie werden im Jahr 2016 in Oberösterreich 607.100 Arbeitnehmer/-innen unselbständig beschäftigt sein, ein jährlicher Zuwachs von 0,9 Prozent, um insgesamt 31.800 Arbeitsplätze. Der Dienstleistungssektor wächst mit jährlich 1,5 Prozent überdurchschnittlich. Der Produktionssektor geht leicht zurück. 6500 der zusätzlichen Jobs im Dienstleitungssektor entfallen auf Leiharbeit. Das relativiert den Rückgang im Produktionssektor (minus 3200 Jobs), da die Leiharbeiter vorwiegend dort zum Einsatz kommen.

Obwohl die Frauenbeschäftigung kräftig wachsen wird, bleibt die Frauenbeschäftigungsquote Oberösterreichs weiter unterdurchschnittlich. Die bis 2016 erwarteten zusätzlichen 19.800 von Frauen besetzten Arbeitsplätze entstehen durch den Strukturwandel, der Branchen mit hohen Frauenanteilen begünstigt. Die insgesamt positive Beschäftigungsentwicklung bei Frauen wird somit getrübt von der anhaltenden, zum Teil sogar zunehmenden Geschlechtertrennung auf dem Arbeitsmarkt und dem hohen Anteil von Teilzeitjobs unter diesen zusätzlichen Frauenarbeitsplätzen.

Die stärksten Beschäftigungszuwächse werden Jobs mit Matura- bzw. Hochschulniveau aufweisen. 2016 wird in Oberösterreich nur mehr etwa jeder zehnte Arbeitsplatz auf Hilfsarbeitskräfte entfallen - durch den Strukturwandel fallen entweder Jobs für Geringqualifizierte ganz weg oder entwickeln sich zu Arbeitsplätzen mit deutlich höheren Qualifikationsanforderungen.

Um die Herausforderungen zu bewältigen, müssen der Bildungssektor ausgebaut und die Gleichstellung der Frauen in der Arbeitswelt vorangetrieben werden. Erster Ansatzpunkt ist eine solide Erstausbildung. "Mindestens 90 Prozent der 20- bis 24-Jährigen müssen einen über die Pflichtschule hinausgehenden Schul- bzw. Berufsabschluss erhalten", sagt Kalliauer. Die einzelnen Institutionen wie AMS, Schulen und Bildungseinrichtungen, müssen ihre Maßnahmen dazu koordinieren und Jugendliche beim Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten und unterstützen. Eine wichtige Schiene sind Angebote zum Nachholen eines Lehrabschlusses oder einer schulischen Ausbildung. Das muss auch berufsbegleitend möglich gemacht werden. Und eine steigende Zahl von Arbeitnehmer/-innen muss die Möglichkeit zu einer grundlegenden beruflichen Neuorientierung erhalten.

Um das enorme Arbeitskräftepotenzial der Frauen besser zu nutzen, brauchen wir ein attraktives Gesamtpaket: Das reicht von einem entsprechenden Kinderbetreuungsangebot über einen attraktiveren öffentlichen Verkehr, um die regionale Mobilität der Frauen zu erhöhen, bis zu den Lohn-, Gehalts-, Arbeits- und Arbeitszeitbedingungen in den Betrieben.

Im Rahmen der Arbeitsmarktstrategie 2020 für Oberösterreich diskutiert die AK diese Themen und Handlungsfelder derzeit intensiv mit dem Land Oberösterreich, dem AMS, den Sozialpartnern, Schulen und anderen relevanten Institutionen. Am Ende dieses Prozesses soll eine Strategie mit verbindlichen klaren Zielen und konkreten Maßnahmen für die diversen Handlungsfelder stehen. Das Thema der Qualifikation steht dabei natürlich an prominenter Stelle.

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