Teil fünf der spannenden "Universum"-Reise ins "unbekannte China"

"Im Reich der Pandas" am 20. März um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Osten Chinas, im fruchtbaren Land zwischen Jangtsekiang und dem Gelben Fluss, liegt das Herz der chinesischen Zivilisation. Wie der fünfte, von Gavin Maxwell und Phil Chapman realisierte Teil der sechsteiligen "Universum"-Serie "Unbekanntes China" am Dienstag, dem 20. März 2012, um 20.15 Uhr in ORF 2 zeigt, haben sich sogar in dieser dicht besiedelten Kulturlandschaft wilde Flecken erhalten - und mit ihnen einige der faszinierendsten Tiere Chinas. Für die von Martin Mészáros deutsch bearbeitete Dokumentation "Im Reich der Pandas" gelang es, die Großen Pandas in bisher unbeobachteten Momenten zu filmen, etwa beim Auftauen gefrorener Bambusblätter in den schneebedeckten Wäldern der Qinling-Berge. Und es gelang auch, was bereits viele Tierfilmer erfolglos versucht hatten: Das Team konnte das Balzritual und die Paarung eines Panda-Pärchens in freier Wildbahn filmen. Den sechsten und letzten Teil der China-Serie zeigt "Universum" am Dienstag, dem 27. März, um 20.15 Uhr in ORF 2.

Die Hauptstadt Peking ist nur eines der gewaltigen Ballungszentren im Land zwischen den beiden großen Flüssen. Das chinesische Kernland war seit jeher abhängig von der Nordchinesischen Ebene, einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, das größer ist als Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen. Seine Fruchtbarkeit verdankt dieser Großraum einem ganz besonderen Material, das etwas weiter westlich in weltweit beispiellosen Mengen die Landschaft bestimmt. Der feinkörnige Löss ist äußerst mineralreich und kann viel Feuchtigkeit speichern - und bildet so die Grundlage der chinesischen Hochkultur. Der Gelbe Fluss, die "Mutter der chinesischen Zivilisation", ist für China, was der Nil für Ägypten ist:

Jedes Jahr trägt der fast 5.000 Kilometer lange Strom Milliarden Tonnen fruchtbaren Löss Richtung Osten zu den Feldern im Herzen Chinas, was in der Vergangenheit nicht immer nur Glück und Wohlstand mit sich brachte. Das mitgeführte Sediment lagert sich auch im Flussbett ab, wodurch der mächtige Strom immer wieder über seine Ufer stieg. Die Folgen waren verheerende Flutkatastrophen mit Millionen Todesopfern. Aber wo es gelang, ihn mit Dämmen und Bewässerungskanälen zu regulieren, sorgte der Fluss für reiche Ernten. Doch inzwischen hat der Gelbe Fluss viel von seiner einstigen Pracht verloren. Gift aus den Tausenden chemischen und pharmazeutischen Fabriken an seinen Ufern lässt vielerorts die Raten von Krebserkrankungen und Fehlgeburten dramatisch ansteigen. Fehlgeplante Staukraftwerke und stetig wachsende Entnahmen für Industrie und Trinkwasser sorgen dafür, dass der Gelbe Fluss bei seiner Mündung nur mehr ein dünnes Rinnsal ist. Mittlerweile ist Wassermangel in vielen Landesteilen Alltag, wobei China eine besonders unvorteilhafte natürliche Ausgangsposition hat: Es muss 20 Prozent der Weltbevölkerung mit nur sieben Prozent der globalen Süßwasserreserven versorgen.

Ähnlichen Symbolgehalt wie der Gelbe Fluss hat Chinas berühmtestes Tier, auch wenn ihm in der Wildnis erst wenige begegnet sind. Das war nicht immer so: Große Pandas streiften einst überall durch die dichten Bambuswälder, die weite Flächen im Herzen Chinas bedeckten. Aber seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden die Wälder zur Landgewinnung großräumig gerodet. Heute leben die letzten wilden Pandas verstreut in isolierten Schutzgebieten. Pandas sind außerhalb der Paarungszeit ausgesprochene Einzelgänger, die einander im dichten Bambusgestrüpp selten begegnen und daher Geruchssignale zur Kommunikation verwenden. Auch sonst ist ihre Lebensweise eigenartig:
Sie sind als einzige Vertreter der Bärenfamilie reine Pflanzenfresser. Allerdings besitzen sie das Verdauungssystem eines Raubtiers, das mit den faserigen Bambus-Pflanzen nicht besonders gut zurechtkommt. Im Gegensatz zu anderen Bären kann sich der Panda auch keinen Speck für den Winterschlaf anfressen. Bambus enthält so wenige Kalorien, dass die Tiere die meiste Zeit des Tages mit Fressen verbringen müssen, um zu überleben. Außerdem haben Pandas einen enormen Platzbedarf. Ist ein Bambuswald abgegrast, ziehen sie einfach weiter zum nächsten.

Die chinesischen Wissenschafter investierten viel Ehrgeiz darin, dem symbolträchtigsten und beliebtesten Tier des Landes dauerhaft das Überleben zu sichern. Die erste Zuchtstation für Große Pandas wurde 1983 eröffnet. Zunächst versuchten die Wissenschafter, die Pandas auf natürlichem Weg zur Fortpflanzung zu ermuntern. Aber inzwischen hat sich künstliche Befruchtung als taugliche Ersatzmethode erwiesen. Im Jahr 2006 etwa wurden in der Zuchtstation Wolong 16 Junge aufgezogen. Inzwischen gibt es dort mehr gezüchtete Pandas als in die Schutzgebiete ausgewildert werden können. Für die Mehrzahl der Tiere liegt die Zukunft in einem Tiergarten. Der langfristige Nutzen eines solchen Zuchtprogramms ist allerdings umstritten - zumindest so lange es noch Gegenden in Chinas Wildnis gibt, wo die Pandas in ihrem natürlichen Lebensraum zurechtkommen.

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