Brunner: Weg mit dem Plastiksackerl

Grüne: Berlakovich muss sich für ein Verbot auf EU-Ebene einsetzen

Wien (OTS) - "Ich bin immer noch der Meinung, dass ein Verbot von unnötigen Plastiksackerln die beste Lösung ist. Damit bin ich ja auch nicht alleine", sagt Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen. Laut einer Umfrage der EU-Kommission befürworten mehr als 70 Prozent der 15.000 Befragten ein Verbot von Plastiksackerln. Nun zitieren Medien eine interne Studie der Kommission, die ein solches Verbot für "rechtlich bedenklich" hält.

Brunner: "Dann soll sich Landwirtschaftsminister Berlakovich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass die rechtliche Grundlage für ein Verbot geschaffen wird. Wenn notwendige und von der Bevölkerung gewollte umweltpolitische Maßnahmen wettbewerbsrechtlich nicht möglich sind, dann finde ich das schon sehr bedenklich".

Laut Medienberichten schlagen die Studienautoren eine Zwangsabgabe auf Plastiksackerl vor, um den Verbrauch von 500 auf 39 Sackerln pro Person und Jahr zu reduzieren. "Eine Abgabe auf alle Sackerl wäre ein guter Anfang. In Irland hat das auch schon sehr gut funktioniert. Dort wurde der Verbrauch von 328 auf 21 Sackerln pro Person und Jahr und somit um 94 Prozent verringert", erläutert Brunner. Dadurch würde es für KonsumentInnen einen Anreiz geben, Tragetaschen wiederzuverwenden und dadurch Müll zu vermeiden.
Während viele Länder Plastiksackerl bereits verboten und andere erfolgreich eine Steuer eingeführt haben, verlässt sich Berlakovich auf freiwillige Vereinbarungen. Die derzeitige Strategie des Ministers zielt darauf ab, den Anteil an Biosackerln zu erhöhen. "Berlakovich ist hier auf dem Holzweg. Durch seine Strategie werden die Plastiksackerln durch Biosackerln ersetzt. Am Ende landen dann beide in der Müllverbrennung oder am Straßenrand. Mit Abfallvermeidung hat das auf jeden Fall nichts zu tun", stellt Brunner fest.

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