Schenuda III.: Katholische Kirche kondoliert Kopten

Papst Benedikt XVI. betet für das verstorbene Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche - Kardinal Schönborn: "Christenheit verliert einen der profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten."

Vatikanstadt - Wien, 17.03.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat zum Tod des koptischen Patriarchen Papst Schenuda III. kondoliert. Benedikt XVI. sei im Apostolischen Palast im Vatikan informiert worden und bete für den Verstorbenen, heißt es in einer Mitteilung des Vatikan vom Samstagabend. Die katholische Kirche vereine sich in Trauer und Gebet mit den koptischen Christen, schreibt Vatikansprecher Federico Lombardi. Für alle unvergessen bleibe das Treffen Schenudas III. mit Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000, der ein großer Moment im ökumenischen Dialog gewesen sei.

Das ägyptische Fernsehen hatte zuvor am Samstagabend berichtet, dass der koptische Papst Schenuda III. am Samstag im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Der "Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom Heiligen Markus", so sein offizieller Titel, stand seit 1971 einer der ältesten und wichtigsten christlichen Kirchen mit weltweit rund zwölf Millionen Gläubigen vor. Laut Tradition war er der 117. Nachfolger des Evangelisten Markus.

"Mit dem Tod von Papst Schenuda verliert die Christenheit einen der profiliertesten und nachhaltig wirksamsten Oberhirten." Das betonte Kardinal Schönborn im Gespräch mit "Kathpress" über den Verstorbenen, mit dem der Wiener Erzbischof über viele Jahre persönlich verbunden war und an dessen Besuche in Wien sich der Kardinal dankbar erinnert: "So etwa 1997, als er für fast eine Woche mein Gast im Erzbischöflichen Palais war. Unvergesslich die Feiern zur Grundsteinlegung und dann zur Weihe der koptischen Kathedrale in Wien XXII."

Wie kaum ein anderer Oberhirte habe Schenuda III. über Jahrzehnte die Menschen seiner Kirche geformt und geprägt. "Unter seinem Hirtendienst ist die koptische Kirche spürbar erstarkt, hat ein inners und äußeres Wachstum erlebt, das sich in der Lebendigkeit der koptischen Klöster, in dem hohen Bildungsniveau der Gläubigen, in einem überzeugenden christlichen Engagement ausgeprägt hat", hielt Kardinal Schönborn fest.

Durch fast 40 Jahre habe Papst Schenuda jeden Mittwoch in der St. Markus Kathedrale in Kairo "seine berühmten Katechesen gehalten, stets vor tausenden Gläubigen. Er war wirklich der Lehrer seines Volkes." Kardinal Schönborn: "Von seinen Gläubigen wurde er innig geliebt und verehrt. Sein Humor bleibt allen unvergessen. Ich sehe vor mir unvergessliche Bilder mit Papst Schenuda umringt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Er war ihnen wirklich Vater."

In Verbundenheit mit den koptischen Christen sagte der Kardinal:
"Papst Schenuda wird seiner Kirche und der ganzen Christenheit ein großer Fürsprecher bei Gott bleiben."

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