"profil": Hochegger und Meischberger kassierten Erfolgsprovision bei Post-Privatisierung 2006

Investmenthaus Raiffeisen Centrobank zahlte 350.000 Euro - Hochegger: "Meischberger hatte enge Kontakte zu Finanzministerium und ÖIAG"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, kassierten die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger bei der von Finanzminister Karl-Heinz Grasser verantworteten Teilprivatisierung der Österreichischen Post AG 2006 eine Erfolgsprovision in der Höhe von 350.000 Euro (exklusive Umsatzsteuer). Bezahlt von der Raiffeisen Centrobank (RCB), die von der ÖIAG als eine von fünf Investmentbanken mit der Abwicklung des Börsegangs betraut worden war. Grundlage war ein "Rahmenvertrag", welchen die RCB mit Hocheggers Valora AG bereits 2003 abgeschlossen hatte. Laut RCB-Vorstandsvorsitzender Eva Marchart sollte Hochegger die Interessen der Bank bei Privatisierungsvorhaben im Finanzministerium vertreten, wofür im Erfolgsfall eine Provision vorgesehen war. Peter Hochegger will allerdings nur am Rande involviert gewesen sein: "Walter Meischberger ist im Frühjahr 2003 an mich herangetreten. Er meinte, die Centrobank hätte ihn gefragt, ob er Kontakte ins Finanzministerium und zur ÖIAG vermitteln könne", so der Lobbyist gegenüber "profil". Und weiter: "Damals war es so, dass die Raiffeisen-Gruppe bei der ÖIAG kein gutes Standing hatte. Und auch nicht beim Finanzminister. Die haben einen Zugang gesucht. Die Empfehlung, Meischberger zu nehmen, kam von Gio Hahn. Hahn kannte Meischberger aus seiner Zeit bei Novomatic. Für mich war klar, dass Meischberger enge Kontakte zu Grasser und auch zur ÖIAG hatte. Deshalb hat es sich auch ausgezahlt, mit ihm zusammenzuarbeiten. Meischberger hatte den Kontakt zu Grasser monopolisiert, er hat ihn ja auch politisch beraten. Es war eine Freundschaft, die beiden Seiten Vorteile gebracht hat."

Grassers Anwalt Manfred Ainedter hält gegenüber "profil" fest:
"Karl Heinz-Grasser war in die Auswahl der Investmentbanken nicht involviert. Dies war alleinige Sache der ÖIAG."

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