aws-Studie: Soziale Innovation - Chancen und Perspektiven

Demographischer Wandel / Gesundheit als gesellschaftliche Herausforderung - Notwendigkeit der Schaffung eines erweiterten Innovationsverständnisses

Wien (OTS) - Für die Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen - zB die demografischen Veränderungen, die Veränderungen der Lebens- und Arbeitswelten, Klima, Umwelt und Energie - sind neue Lösungen heute notwendiger als jemals zuvor. Innovative Konzepte und Maßnahmen zur Bewältigung dieser "Grand Challenges" werden als soziale Innovationen bezeichnet. Charakteristisch für soziale Innovationen ist die Motivation, einen Beitrag zur Lösung einer gesellschaftlich relevanten Frage leisten zu wollen. Soziale Innovationen können neue Produkte, Technologien, Dienstleistungen, Modelle oder Angebote sein, die aus der Wirtschaft, Gesellschaft oder Verwaltung kommen können.

Schwerpunkt der Europäischen Kommission

Insbesondere die Europäische Kommission ist derzeit intensiv bemüht, soziale Innovationen zu forcieren. Ihnen kommt etwa in der Strategie "Europa 2020", welche die Leitlinien der europäischen Politik für die nächsten Jahre festlegt, eine Schlüsselrolle in Wirtschaft und Forschung zu. Auch in der Regionalpolitik werden sie im Zuge von "Smart Specialisation Strategies" ab 2014 eine wichtige Rolle spielen. Der Entwurf des 8. Forschungsrahmenprogramms "Horizon 2020" sieht etwa vor, dass eine von drei inhaltlichen Säulen der Forschungsförderung Projekten zu gesellschaftlichen Herausforderungen gewidmet sein wird. Mit insgesamt EUR 36 Mrd. an Fördermitteln über die Programmperiode ist diese laut Kommissionvorschlag am höchsten dotiert.

aws-Studie

Die Austria Wirtschaftsservice GmbH hat daher von Pöchhacker Innovation Consulting in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Soziale Innovation in einer Studie beleuchten lassen, worin die wirtschaftspolitischen Chancen und Perspektiven in Österreich liegen. Im Rahmen der Reihe "Impulse zum Umbau der Wirtschaft" wurden die Ergebnisse am 13. März 2012 in den Räumlichkeiten der aws präsentiert.

"Österreich braucht in Zeiten der europäischen Austeritätspolitik ein neues Wachstumsmodell. Aus diesem Grund diskutiert die aws ihren Innovationsbegriff und sucht so nach neuen Wegen, um neben technischen auch soziale Innovationen für die Wirtschaftsförderung zugänglich zu machen. Uns steht das gesamte aws-Instrumentarium von Zuschüssen, Krediten, Haftungen, Eigenkapital- und Beratungsmaßnahmen zur Verfügung, um soziale Innovation zu unterstützen und auf diesem Weg die Lebensqualität der Menschen in Österreich zu steigern", so aws-Geschäftsführer Moser.

aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister ergänzt: "Nachhaltiger Wohlstand entsteht erst dann, wenn neben dem ökonomischen Kapital auch das soziale Kapital wächst."

Das breites Spektrum an sozialen Innovationen, die durch Unternehmen in Österreich schon jetzt entwickelt wird, zeigte sich in der anschließenden Podiumsdiskussion. Der Mobiltelefonproduzent Emporia hat sich etwa auf Handys für Senioren spezialisiert und arbeitet in der Entwicklung eng mit Senioreneinrichtungen zusammen, damit ältere Menschen mit den Geräten gut umgehen können. Durch diesen Zugang ist Emporia in einem heiß umkämpften Markt weltweit erfolgreich. Das Unternehmen mySugr hat beispielweise eine App entwickelt, die die Lebensqualität von Menschen, die unter Diabetes leiden, verbessern kann. Mögliche Maßnahmen zur Forcierung sozialer Innovation in Österreich fasst Studienautor Dr. Johann Lefenda zusammen: "Zur Bewältigung dieser großen Fragen müssen alle an einem Strang ziehen. Daher ist es - analog zu aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene - sinnvoll, in wirtschaftspolitischen Programmen thematische Schwerpunkte zu setzen. Ebenso sollten die Kompetenzen aus der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und der Verwaltung durch sphärenübergreifende Kooperationen zusammengebracht werden - denn darin liegt großes Potenzial für Innovationen."

Mitautor der Studie Univ.-Prof. Dr. Josef Hochgerner, Zentrum für Soziale Innovation, meint: "Das seit einigen Jahren steigende Interesse an sozialen Innovationen ist eine Folge von massiven und vielfach krisenhaften Umbrüchen in Wirtschaft und Gesellschaft. Neue Herausforderungen verlangen wirksame und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen, die zu einem guten Teil aus sozialen Praktiken, aber auch aus technischen Innovationen und Dienstleistungen bestehen können. Es kommt nicht in erster Linie darauf an, soziale von technisch-wirtschaftlichen Innovationen abzugrenzen. Am wichtigsten ist es, ein erweitertes Innovationsverständnis zu schaffen, das soziale Innovationen im engeren Sinn, die sozialen Dimensionen jeder Art von Innovation, und darüber hinaus das Faktum berücksichtigt, dass alle Innovationen sozial relevant sind."

Über Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws):

Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die Förderbank des Bundes. Als Spezialbank im öffentlichen Eigentum ist sie auf Unternehmensfinanzierung mit Schwerpunkt Gründer sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ausgerichtet. Die aws sorgt für Wachstums-und Entwicklungschancen dort, wo der freie Markt diese nicht in vollem Umfang garantieren kann: durch Vergabe von Zuschüssen, zinsgünstige Kredite, durch die Übernahme von Haftungen, durch Eigenkapital sowie durch Begleitung und Beratung. Ein Teil der Mittel der aws kommt aus dem ERP-Fonds, einer Kapitalzuwendung des Marshall-Planes der Vereinigten Staaten von Amerika.

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