Karlheinz Töchterle überreicht hohe staatliche Auszeichnungen an verdienstvolle Persönlichkeiten

Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich in Gold bzw. Silber an Schmidt-Wulffen und Kromp

Wien (OTS) - Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle überreichte am 13. März 2012 im Audienzsaal des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung hohe staatliche Auszeichnungen an Gertraud Diem-Wille, Stephen Schmidt-Wulffen, Jürgen Hafner, Otto Burghuber, Wolfgang Kromp, Christian Hauer und Michael Pech. Töchterle bedankte sich für "das Engagement, mit dem Sie den Wissenschaftsstandort Österreich bereichern und mitprägen. Die Auszeichnung ist ein sichtbares Zeichen der Anerkennung Ihrer wissen-schaftlichen Arbeit".

Dr. Stephan SCHMIDT-WULFFEN, Rektor der Akademie der bildenden Künste von 2002 bis 2011, wurde mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Nach der Wahl zum Rektor begann er mit der Einführung des neuen Universitätsgesetztes. Sein Ziel bestand in der Vermittlung eines Kunstbegriffs, der dem Spektrum der künstlerischen Praktiken genauso verpflichtend war wie den methodenkritischen und theoretischen Diskursen als impliziten Parametern zeitgenössischer Kunst. Damit konnte Schmidt-Wulffen die Akademie der bildenden Künste Wien zu einer international wahrgenommenen Institution aufbauen. Dieser Paradigmenwechsel implizierte auch eine Definition der Kunstuniversität als Vorbild für institutionelle Arbeit - sei es der Ausbau von Lehre und Forschung, oder auch und vor allem ein Bewusstsein für politische und soziale Agenden wie jene der Gleichstellungspolitik.

Mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wurde o. Univ.-Prof. i.R. Dipl.-Ing. Dr. Jürgen HAFNER geehrt. Sein außergewöhnliches wissenschaftliches Werk liegt im Bereich der Technischen Physik. Es ist der theoretischen Beschreibung der Eigenschaften der Kondensierten Materie gewidmet und befasst sich mit einem weiten Spektrum an Systemen, das von Flüssigkeiten über ungeordnete, amorphe Systeme und Quasikristalle bis hin zum klassischen Festkörper reicht. Hafner zählt zu den Pionieren der "Computational Materials Science", der computerunterstützten Materialforschung, und hat wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Fach nunmehr an Universitäten und akademischen Forschungseinrichtungen etabliert ist. Ziel dieses Wissenschaftszweiges ist es, ausgehend von der mikroskopischen, atomaren Beschreibung eines Systems - dessen makroskopischen Eigenschaften vorherzusagen.

Primarius tit. Ao. Univ.-Prof. Dr. Otto BURGHUBER, Vorstand der 1. Internen Lungenabteilung am Otto-Wagner-Spital, Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartnerhöhe, Wien, darf sich über das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich freuen. Durch seine erfolgreiche Führung einer klinischen Abteilung im KAV (Krankenanstaltenverbund) genießt diese eine hohe Reputation im klinischen sowie auch im wissenschaftlichen Bereich. Besondere Verdienste hat sich Burghuber durch die erfolgreiche Etablierung des Ludwig Boltzmann Instituts für COPD und der pneumologischen Epidemiologie innerhalb der Abtei-lung im Otto Wagner Spital erworben, seit 2003 ist er Vorstand des Instituts. Er realisierte eine große epidemiologische Lungengesundheitsstudie in bzw. für Wien, die größte österreichische Stichprobe mit Öffentlichkeitsarbeit von 2011-2021. Auch an der Planung des Krankenhauses Nord (KHN) war Burghuber beteiligt.

Ao. Univ.-Prof. i.R. Dr. Wolfgang KROMP wurde mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ausgezeichnet. Seit mehr als 30 Jahren setzt er sich für die verbesserte Sicherheit von Kernkraftwerken ein, vor allem im Nahbereich der österreichischen Grenzen. Seine Tätigkeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass manche Sicherheitsdefizite in bilateralen Verhandlungen oder auf der EU-Ebene überhaupt behandelt wurden. Kromp hat den Grundstein dafür gelegt, dass das KKW Bohunice V-I stillgelegt wurde. Sein Wirken an den heimischen Universitäten hat Österreich zu einer Anlaufstelle für all jene gemacht, die eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Kernenergie suchen. Mit der Gründung des Projektes "Nukleare Sicherheit" an der Universität Wien (1992), das später zum Institut für Risikoforschung der Universität (1995) und zuletzt zum Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur (2009) wurde, hat er der kritischen nuklearen Kompetenz eine feste, wissenschaftliche Basis und eine Bleibe in Wien gegeben. Seit 2009 ist Professor Kromp Institutsvorstand des Instituts für Sicherheits-und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur.

Dr. Gertraud DIEM-WILLE, Ao. Univ.-Prof. am Institut für Unterrichts-und Schulentwicklung, IFF, Leitung des Arbeitsschwerpunktes "Psychoanalytische Pädagogik" und Wissenschaftli-che Leiterin des Universitätslehrganges "Psychoanalytic Observational Studies", wurde mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Hervorzuheben ist der Aufbau des Hochschullehrgangs Politische Bildung am IFF (Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt - Graz - Wien), dessen Leitung sie über-nahm. Der Hochschullehrgang stellt das Modell des Sozialen Lernens in den Mittelpunkt. In enger Zusammenarbeit mit dem BMUKK, dem Stadtschulrat für Wien und dem Landesschulrat für Steiermark wurde das Fortbildungsangebot zum Masterlehrgang weiterentwickelt. Diem-Wille konnte durch ihren Forschungsaufenthalt in London eine enge Kooperation mit der Tavistock Clinic London aufbauen, wodurch die in England bereits sehr gut etablierte Methode der Infant Observation auch in Österreich eine Neuentdeckung erlebte.

Dr. Christian HAUER wurde mit dem Berufstitel "Professor" geehrt. Seine Spezialgebiete als Anwalt sind insbesondere das Lebensmittel-und Arzneimittelrecht. Durch seine anwaltliche Vertretung in zahlreichen lebensmittel- und markenrechtlichen Fällen vor dem EuGH hat Hauer an der europäischen Rechtsgeschichte mitgeschrieben. Besonders hervorzuheben ist, dass Hauer durch seine Publikationstätigkeit seit den 70er Jahren maßgeblich dazu beige-tragen hat, Lebensmittelrecht und Arzneimittelrecht als eigenständige Rechtsgebiete in der österreichischen Rechtsordnung zu etablieren. Mit seinem Buch "Österreichisches Lebensmittelrecht und EU" aus dem Jahr 1997 hat Hauer als einer der ersten auf die Implikationen des EU-Rechts für das österreichische Lebensmittelrecht und die hiesige Lebensmittelwirtschaft aufmerksam gemacht. Besonders erwähnenswert ist auch seine Tätigkeit in der Co-dex-Kommission beim Bundesministerium für Gesundheit sowie für die Österreichische Gesellschaft für Ernährung.

Architekt Dipl.-Ing. Michael PECH, der ebenfalls mit dem Berufstitel "Professor" ausgezeichnet wurde, engagiert sich ganz besonders auf dem Gebiet des Wohnbaus. Seit seiner Tätigkeit für die ÖSW (Österreichisches Siedlungswerk Gemeinnützige Aktiengesellschaft) wurden unter seiner Federführung 7500 Wohnungen in Wien realisiert. Architektonische Qualität als wesentlicher Faktor für nachhaltiges und damit auch kulturellen Ansprüchen folgendes Bauen ist Pech ein besonderes Anliegen. Seit dem Jahr 2002 ist er gewerberechtlicher Geschäftsführer der "ÖSG" - Stadterneuerungs- und Wohnbaumanagementgesellschaft m.b.H.
Die Basis für sein ambitioniertes Arbeiten bildet die kontinuierliche Rückversicherung in der Lehre und sein wachbleibendes Interesse am wissenschaftlichen Architekturdiskurs. Der Technischen Universität Wien ist er stets verbunden geblieben. Nach seiner Tätigkeit als Universitätsassistent hat Pech laufend Lehraufträge wahrgenommen, so beispielsweise für den Universitätslehrgang MSc Immobilienmanagement und Bewertung.

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