Bundeskanzler Faymann: "Autoritären Tendenzen in unserer Gesellschaft mit Entschlossenheit entgegen wirken"

Generalversammlung der österreichischen Freunde von Yad Vashem

Wien (OTS) - "Für Politiker meiner Generation ist es eine Verpflichtung alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu schützen und weiter zu entwickeln. Es gilt, allen autoritären Tendenzen in unserer Gesellschaft, aber auch in Europa und in der Welt mit Entschlossenheit und allen Möglichkeiten des demokratischen Rechtsstaates entgegen zu wirken", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Montag, in seiner Festrede bei der Generalversammlung der österreichischen Freunde von Yad Vashem in Wien.

An diesem besonderen Tag der österreichischen Geschichte, an dem an den Einmarsch und die Machtergreifung der Nationalsozialisten vor genau 74 Jahren gedacht werde, müsse sich Österreich "aufrichtig und ehrlich" seiner Geschichte stellen. "Wir haben die Aufgabe, den Anfängen von Rassismus und Nationalismus entschieden entgegenzutreten", so Faymann.

Besonders unterstrich der Bundeskanzler die Bedeutung des Gedenkdienstes österreichischer Zivildiener in Yad Vashem, der auch in Zeiten der Budgetverhandlungen "nicht an ein paar Euro scheitern dürfe", so der Bundeskanzler. "Wir müssen daher alles unternehmen, um auch unsere Jugend in diese so wichtige Arbeit einzubinden und die demokratische Werthaltung in den Vordergrund zu stellen. Gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise ist es notwendig, besonders auf die Lebensbedingungen aller Menschen zu schauen", so Faymann.

"Die gegenwärtige Krise stellt uns vor die Aufgabe dafür Abhilfe zu schaffen, dass viele junge Menschen in Europa keine Arbeit haben. Wir müssen den jungen Leuten daher nicht nur unsere Wertehaltungen näher bringen, sondern müssen ihnen auch eine Chance und die Möglichkeit geben, sich zu beweisen. Daher ist für mich gerade der soziale Zusammenhalt ein wichtiges Mittel, um Ausgrenzung zu überwinden", sagte der Bundeskanzler.

"Die Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gegenüber totalitären Tendenzen sind wir den Opfern und ihren Angehörigen schuldig. Es wird an uns liegen, nicht nur an den Gedenktagen ein Bekenntnis dafür abzulegen, sondern es wird davon abhängen, ob wir auch an den dazwischen liegenden Tagen entschlossen genug sind, autoritären Tendenzen entgegenzutreten. Ich danke Ihnen daher für die zahlreichen Initiativen und Projekte, die von Ihrem Verein ausgehen und für das Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ein Höchstmaß an Idealismus, Aufrichtigkeit und Verantwortungsbewusstsein einbringen", so der Bundeskanzler abschließend.

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