Derivate um 3,5 Milliarden Euro in Salzburg und Niederösterreich

Finanzbuddha: Banken zur Verantwortung ziehen und Steuerzahler entlasten

Wien (OTS) - Spekuliert haben alle

Das Land Salzburg, das Land Niederösterreich, die Gemeinde Wien, der Abwasserverband Südburgenland, die Vorarlberger Gebietskrankenkasse, die Wiener Stadthalle, die Stadt Linz und viele andere Institutionen haben oder hatten dasselbe Problem.

Alle haben mit der blinden Hoffnung spekuliert, Geld zu gewinnen. So weit, so unvernünftig, aber weltweit üblich. Gleichgültig welches Motiv Auslöser für den Abschluss der Geschäfte war, niemand will mit dem Makel behaftet sein, ein "waghalsiger Spekulant" zu sein. Noch dazu, wenn anstelle fetter Gewinne oft reputationsschädigende Verluste eingefahren werden.

Diese emotionale Regung zeigen so gut wie alle Betroffenen. Und genau diese Angst behindert einen sachlichen Lösungsansatz. Zu ignorieren, dass zu jeder Wette zwei gehören, ist ein schwerer Fehler.

Dummerweise kennt der Wettpartner die Angst des Makels und weiß sie sich zunutze zu machen. Im Falle der erstgenannten Betroffenen seien es meist die "Hausbanken", die an dieser Angst zweimal verdienen, führt Finanzbuddha-Unternehmenssprecher Gerald Zmuegg aus.

Angst lähmt Verstand

Allen Betroffenen sei ans Herz gelegt, ihren Schadensfall in einem anderen Licht zu sehen! Um es noch einmal zu verdeutlichen:

Entscheidend ist nicht, ob ich ins Casino gegangen bin (das sind nämlich alle), sondern ob mich das Casino in alle Eventualitäten eingeweiht hat. Das könnte in einfachen Worten zum Beispiel so lauten, hält Sascha Stadnikow fest:

  • Du weißt, dass du im Casino bist.
  • Der Croupier hat dir gesagt, wie das Roulette-Rad funktioniert.
  • Du kannst mehr verlieren, als du eingesetzt hast.
  • Das Casino gewinnt bei dieser Wette auf jeden Fall.
  • Das Casino sagt dir nie, wie hoch deren Gewinn ist.
  • Der Gewinn des Casinos entscheidet maßgeblich über deinen Verlust.

Und es lohnt sich darüber nachzudenken, ob ich ins Casino gelockt wurde oder ob ich selbst dort angeklopft habe.

Verhandlungsprofi Robert Süss meint, das Motto für eine sachbezogene Lösung könne nur lauten: "Wer Mut zum Spekulieren hat, darf auch Mut zum Bekenntnis zeigen!".

Relevante Sachverhalte

Anwendungsbeispiele sind hier etwa das Land Salzburg und das Land Niederösterreich. Diese haben Derivatgeschäfte in einem Volumen von rund 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Das geht aus Rechnungshofberichten der Jahre 2009 und 2010 hervor. Der zum damaligen Zeitraum festgestellte Value at Risk beziffert sich auf rund 250 Millionen Euro.

Wie zahlreiche Urteile und Fachbeiträge zeigen, ermöglicht ein in der Zwischenzeit ausjudizierter Sachverhalt, die entstandenen Verluste verursachungsgerecht aufzuteilen und die Banken einzelfallbezogen für entstandene Verluste zur Verantwortung zu ziehen. Grundvoraussetzung dafür, den Schaden für den österreichischen Steuerzahler in Grenzen zu halten, ist eine Offenlegung der bestehenden Situation und die Überprüfung, ob vom Anbieter der Zinswetten alle notwendigen Schritte zur Aufklärung durchgeführt wurden. Da es kaum eine öffentliche Einrichtung gebe, die keine Derivatgeschäfte abgeschlossen hat, sollte sich die Angst vor einem Reputationsverlust in Grenzen halten, meint Gerald Zmuegg.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gerald Zmuegg
Finanzbuddha
Seilerstätte 6/7, 1010 Wien,
Tel.: ++43-1-8900310, office@finanzbuddha.at
www.finanzbuddha.at

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