Die japanische Bevölkerung braucht weiterhin unsere Anteilnahme Gedenken an Opfer der Katastrophe Japans im März 2011 im Hohen Haus

Wien (PK) - Der Präsident des Bundesrates Gregor Hammerl, die bilaterale parlamentarische Gruppe Österreich-Japan und die Österreichisch-Japanische Gesellschaft luden heute zu einer Gedenkstunde "März 2011 - Katastrophe in Japan" ins Hohe Haus ein. Damit wurde der Opfer des verheerenden Erdbebens vor einem Jahr gedacht. Gleichzeitig wurde damit allen ÖsterreicherInnen für ihre Anteilnahme und Hilfe gedankt. Japan habe bereits aus eigener Kraft viel für den Wiederaufbau getan, sagten die Redner und machten darauf aufmerksam, dass viele Menschen in Japan unter den vielfältigen Nachwirkungen der Katastrophe leiden und weiterhin internationale Anteilnahme und Hilfe brauchen.

Gregor Hammerl erinnerte in seinen Begrüßungsworten an die ungeheuren Naturgewalten, die mit dem Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami vor einem Jahr über die östlichen Provinzen Japans hereinbrachen. Verschärft wurde die Lage durch die schwere Havarie im Kernkraftwerk Fukushima. Die japanische Bevölkerung habe vor einem Jahr unermessliches Leid erfahren, die Situation aber auch in bewundernswerter Weise bewältigt. In dieser Gedenkstunde wolle man aller Opfer der Katastrophe gedenken und über die offiziellen Vertreter Japans die japanische Bevölkerung der ungebrochenen Anteilnahme und Bewunderung Österreichs versichern, sagte Hammerl.

Nationalratsabgeordneter Werner Neubauer schloss sich als Obmann der bilateralen parlamentarischen Gruppe Österreich-Japan den Worten Hammerls an und drückte seinerseits den Betroffenen der Katastrophe seine Anteilnahme aus. Die Kernschmelze in mehreren Reaktorblöcken des Atomkraftwerks von Fukushima habe zudem die Frage, ob eine friedliche Atomenergie noch Zukunft habe, wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die Katastrophe habe gezeigt, dass bei der Abschätzung dessen, was ein kalkulierbaren und akzeptables Risiko der Nutzung von technologischen Möglichkeiten sei, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische Erwägungen von zentraler Bedeutung seien.

Shigeo Iwatani, der Botschafter Japans in Österreich, berichtete vom stetig voranschreitenden Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten Japans. In dieser schwierigen Zeit sei die Verbundenheit der Japaner mit der internationalen Gemeinschaft gestärkt worden. Japan lade ausländische Firmen ein, sich im Land zu engagieren und damit den Wiederaufbau voranzutreiben. Sein Land leiste, indem es einen Wirtschaftsstandort mit guten Bedingungen biete, einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise. In diesem Zusammenhang seien die Beziehungen zur Europäischen Union von zentraler Bedeutung. Japan sorge durch strenge Kontrolle für hohe Lebensmittelsicherheit. Er hoffe daher, dass die EU alle Einfuhrbeschränkungen bald aufheben werde.

Als Folge der Katastrophe habe in Japan eine Neubewertung der japanischen Energiestrategie eingesetzt, sagte der Botschafter. Man sei bemüht, die Abhängigkeit von der Atomenergie zu reduzieren, und stelle seine Erfahrungen der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung. Darüber hinaus arbeite Japan intensiv an neuen Technologien zur effizienten und umweltfreundlichen Energiegewinnung und Energienutzung und sei hier an Kooperationen, auch mit Österreich, sehr interessiert.

Werner Wiesböck (Vizepräsident der Österreichisch-Japanischen Gesellschaft) berichtete von seinen persönlichen Eindrücken im Katastrophengebiet, das er kurz nach dem 11. März 2011 eine Woche lang bereisen konnte. Was er dort zu sehen bekommen habe, lasse sich kaum in angemessene Worte kleiden und werde ihn den Rest seines Lebens begleiten. Über der Atomkatastrophe, die schnell in den Mittelpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit rückte, dürfe man die vielen menschlichen Einzelschicksale nicht vergessen, appellierte er.

Diethard Leopold (Präsident der Österreichisch-Japanischen Gesellschaft) hob hervor, dass Japan seit seiner Öffnung für die Außenwelt im 19. Jahrhundert ein ungebrochenes Interesse erfahre. Die japanische Gesellschaft sei mit ihren oft bewundernswerten Leistungen in Kultur und Technik integraler Bestandteil der planetarischen Menschheit geworden. Die Katastrophe habe aber auch die Grenzen der Möglichkeiten einer hochentwickelten Gesellschaft für rasches und effizientes Handeln gezeigt. Er appellierte daher, gerade auch die immateriellen Bedürfnissen der Menschen in Japan, von denen viele schwer und nachhaltig traumatisiert worden seien, nicht zu vergessen und ihnen weiterhin Aufmerksamkeit und Anteilnahme nicht zu versagen.

Die Pianistin Yuumi Yamaguchi sorgte für das musikalische Rahmenprogramm. Der Bariton Yasushi Hirano, Sänger an der Volksoper Wien, beschloss die Gedenkstunde mit der japanischen und der österreichischen Hymne in eindrucksvoller Weise. (Schluss)

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