Wirtschaft fordert 5-Punkte-Programm für Frauen

WKÖ-Hochhauser und FiW-Fürntrath-Moretti: "Zeigen damit die wirklich drängenden Problemfelder für Frauen auf"

Wien (OTS/PWK166) - Anlässlich des Frauentages 2012 legt die Wirtschaft ein 5 Punkte umfassendes Forderungsprogramm an die Politik vor, das die Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft und Wirtschaft vorantreiben soll. WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser: "Die Wirtschaftskammerorganisation ist aktiv und initiativ, wenn es darum geht, Chancengleichheit für Frauen und Männer zu schaffen. Unsere Forderungen zeigen jene Problemfelder auf, die den erwerbstätigen Frauen in Österreich wirklich unter den Nägeln brennen". Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft" und Vertreterin der 120.000 Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen, ergänzt: "Statt Quotendiskussionen wünschen wir uns endlich greifbare Maßnahmen, die allen unselbständig und selbständig erwerbstätigen Frauen helfen, Beruf und Familie zu leben."

1. Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes insbesondere für Unter-3-Jährige:
Ein flächendeckendes, den beruflichen Anforderungen entsprechendes und qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsnetz ist speziell für Unternehmerinnen und Frauen, die Führungspostionen bekleiden wichtig, da diese besonders rasch nach der Geburt wiedereinsteigen wollen. Hochhauser: "Das Betreuungsangebot für Kinder von null bis 15 Jahre mehr Flexibilität bieten als dies jetzt der Fall ist. Denn gerade Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen und Frauen in Führungspositionen haben keine 9-to-5-Jobs".

2. Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit für Kinderbetreuungskosten:
Mit der steuerlichen Absetzbarkeit für Kinderbetreuungskosten für Kinder bis zum 10. Lebensjahr ist ein erster wichtiger Schritt gelungen. "Da aber auch Kinder ab 11 Jahren betreut werden müssen, fordern wir, dass alle Aufwendungen für Betreuungs- und Haushaltshilfen steuerlich geltend gemacht werden können", unterstreicht Fürntrath-Moretti. Die derzeit nicht genutzten 100 Mio. Euro aus der bestehenden Absetzbarkeit könnten ua. dafür herangezogen werden.

3. Raschere Umsetzung der geplanten Anhebung des Pensionsantrittsalters bei Frauen:
Das Pensionsantrittsalter von Frauen wird nur sehr langsam und schrittweise angehoben. Eine Angleichung des Antrittsalters für beide Geschlechter ist nach derzeitigem Fahrplan erst im Jahr 2033 erreicht. "Die Folgen für Frauen sind vergleichsweise niedrige Ansprüche aus dem Pensionssystem. Die Wirtschaft fordert daher eine raschere Umsetzung der geplanten Anhebung, damit berufstätige Frauen bei den Pensionsansprüchen besser gestellt werden", führt Hochhauser aus.

4. Erhöhung des Wochengeld für Unternehmerinnen:
Fürntrath-Moretti: "Im Sinne der Gleichstellung mit Unselbständigen fordern wir eine Erhöhung des Wochengelds auf 50 Euro. Derzeit liegt der Betrag bei nur 26,97 Euro pro Tag." Bei unselbständig Beschäftigten errechnet sich die Höhe des Wochengeldes sich nach dem durchschnittlichen Nettoverdienst der letzten drei vollen Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist plus einem Zuschlag für Sonderzahlungen.

5. Absenkung der gesetzlichen Mindestbeitragsgrundlage in der SVA Gerade selbständige Frauen in Teilzeit sind vom Einfrieren der Mindestbeitragsgrundlage in der gewerblichen Sozialversicherung massiv betroffen. Hier geht es insbesondere um Ein-Personen-Unternehmerinnen: Von jenen Frauen, die als EPU tätig sind, sind 51% hauptberuflich tätig; weitere 27% der Einzelunternehmerinnen üben diese Tätigkeit hauptberuflich aus, allerdings in einer Teilzeit-Variante. 22% der EP-Unternehmerinnen sind nebenberuflich tätig.
Von jenen 22 % der Einzelunternehmerinnen, die die selbstständige Tätigkeit nebenberuflich ausüben, ist dies überwiegend - und hier gibt es keinen Unterschied zu Männern - neben einer unselbstständigen Tätigkeit der Fall (rund 80%). Allerdings ist der Anteil der EP-Unternehmerinnen, die dies neben der Kinderbetreuung ausüben, mit 17% deutlich höher als bei den Männern. Der Anteil jener Frauen, die in der Selbstständigkeit Jahresumsätze von unter 30.000 Euro bzw. sogar unter 10.000 Euro im Nebenerwerb erzielen, ist deutlich höher als bei Männern.

"Frauen, die öfter als Männer auch als Selbstständige Teilzeit arbeiten, um so Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen, würde die Absenkung der Mindestbeitragsgrundlage bei den Sozialversicherungsbeiträgen eine spürbare Entlastung ihrer Einkommen bringen. Damit könnte der Gesetzgeber einen wesentlichen Schritt zur Armutsbekämpfung eines Teil der selbständigen Frauen setzen", so Hochhauser und Fürntrath-Moretti unisono. (PM)

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