Korun zu deutscher Integrationsstudie: Differenzierte Diskussion statt populistischer Verkürzungen

Grüne: Alarmismus verkauft sich gut, tut umfassender Studie aber Unrecht

Wien (OTS) - "Wenn eine 700-seitige Studie über Lebenswelten
junger Muslime in Deutschland auf einen einzigen negativen Befund und einen Satz in der Bild-Zeitung reduziert wird und auch hierorts manche Medien diesen Ton übernehmen, bringt man die Öffentlichkeit um die Chance einer differenzierten, seriösen Debatte. Mit verkaufsförderndem Alarmismus und bloßen Negativschlagzeilen löst man kein Problem, sondern verstärkt Pauschalurteile und Vorurteile auf beiden Seiten", kritisiert die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, den Ton der Debatte um die neue Studie.

Sowohl die negativen und verstörenden Ergebnisse der Studie wie die genannten 24 % der Jugendlichen mit einer negativen Haltung als auch die positiven wie, dass der überwiegende Großteil der in Deutschland geborenen jungen Muslime sich zu Deutschland bekennt, müssen berücksichtigt und entsprechende Maßnahmen überlegt werden. Eine der Empfehlungen der Studie, nämlich "populistische Verkürzungen zu vermeiden" wurde gleich bei der Präsentation an die Öffentlichkeit in ihr Gegenteil verkehrt.

Dass die Studie bei Integration das "Beibehalten der traditionellen Herkunftskultur bei einem gleichzeitigen Übernehmen der neuen Mehrheitskultur" versteht, geht in der derzeitigen Berichterstattung oft unter; genauso die Aussage der meisten Befragten, dass sie die "Wahrung einer positiven Bewertung ihrer muslimischen Identität auch durch islamistische Terroristen bedroht" sehen.
"Auch in Österreich sollten wir diese sehr umfassende Studie als Chance ergreifen, als Gesamtgesellschaft an der Verbesserung der Situation zu arbeiten: Radikalisierungsgefahren rechtzeitig und effektiv begegnen und das Zugehörigkeitsgefühl der Muslime zu Österreich stärken", fordert Korun für Österreich.

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