PRO-GE-Anderl: Teilzeit bedeutet Einkommensbenachteiligung

Aufgezwungene "Flexibilität" ist keine Wahlfreiheit

Wien (OTS/ÖGB) - "Dass Frauen bei ihrer Arbeitszeit Wahlfreiheit haben, geht völlig an der Realität vorbei", ärgert sich Renate Anderl, PRO-GE-Bundesfrauenvorsitzende, über die Aussagen der niederösterreichischen ÖVP-Landesleiterin NRAbg. Dorothea Schittenhelm. "Teilzeit in bestimmten Lebensphasen ist durchaus akzeptabel. Daher gibt es für Familien mit kleinen Kindern die Elternteilzeit, die allerdings WiedereinsteigerInnen den Rechtsanspruch auf einen Vollzeitarbeitsplatz sichert", so Anderl.

An die Adresse der ÖVP richtet Anderl daher die Botschaft: "Frauen werden nicht bevormundet bei der Wahl ihrer Arbeitszeit, sondern gezwungen, Teilzeit zu arbeiten, weil es für sie keine Möglichkeit für mehr Beschäftigung gibt. In vielen Unternehmen sind sie billige Vollzeitarbeitskräfte, da in sehr vielen Fällen die vereinbarte Zeit nicht eingehalten wird und den Frauen dadurch viel Geld entgeht. Das ist pensionsschädigend, und da hilft auch ein höheres Frauenpensionsalter nicht."

Ärgerlich ist für die PRO-GE-Bundesfrauenvorsitzende, dass die ÖVP die Frauen mit ihrer konservativen Denkweise in eine Rolle drängt, die sie ausschließlich als die Hauptverantwortlichen für die unbezahlte Arbeit sieht. "Auf die Möglichkeit, dass Frauen deshalb nicht mehr Zeit arbeiten können, weil sie keine entsprechenden Arbeitsplätze und Rahmenbedingungen vorfinden, ist Frau Schittenhelm noch nicht gekommen", so Anderl.

Höchst aufklärungswürdig ist für Anderl auch die Ankündigung, dass Frauen im Durchschnitt 347 Euro monatlich mehr Pension bekommen, wenn sie fünf Jahre länger arbeiten. "Hat Frau Schittenhelm eigentlich eine Vorstellung, was Frauen verdienen müssten, um dieses Geld zu bekommen?", so Anderl. Frauen würden hier falsche Versprechungen vermittelt, die so nicht stimmen können. "Frau Schittenhelm, machen Sie sich lieber in der Wirtschaft dafür stark, dass Frauen Arbeitsplätze bekommen und keine Arbeitsplätzchen, von denen sie nicht leben können", so Anderl.

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