ORF-DialogForum: "Informationsqualität auf dem Prüfstand"

Wien (OTS) - Österreich ist ein heftig umkämpfter Fernsehmarkt: 93 TV-Kanäle 24 Stunden am Tag. Die zentrale Rolle der Informationsqualität betonen alle. Darüber, wie es in der Praxis damit aussieht, diskutierten Mittwochabend auf Einladung des ORF Fachleute im RadioKulturhaus. Das DialogForum "Informationsqualität auf dem Prüfstand" wird am Donnerstag, dem 8. März 2012, um 22.30 Uhr in ORF III Kultur und Information ausgestrahlt.

Es diskutierten Jürgen Peindl, Chefredakteur und Moderator von AustriaNews (PULS 4 & Österreichfenster ProSieben und Sat.1), Kurt Imhof, Leiter des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft an der Universität Zürich, Günther Ogris, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter von SORA, Anna-Maria Wallner, "Die Presse", und Fritz Dittlbacher, Chefredakteur Aktueller Dienst Fernsehen, ORF, unter der Leitung von Klaus Unterberger, Leiter des Public-Value-Kompetenzzentrums des ORF.

Konsens herrschte darüber, dass neben der Pressefreiheit die Qualität von Nachrichten wesentlichen Einfluss auf politische Bildung und Demokratie hat. SORA-Chef Günther Ogris: "Die Gesellschaft wird, etwa durch die Globalisierung und die Europäisierung, immer komplizierter und schwerer zu verstehen. Das heißt, wir brauchen mehr Unterstützung in der Analyse, um die gesellschaftlichen Systeme zu verstehen und Vertrauen und Zusammenhalt in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten." Wesentliche Voraussetzungen für Qualitätsjournalismus seien, so die Fachleute, neben Regelwerken wie Redakteursstatuten die ausreichende personelle Ausstattung der Redaktionen, Zeit für gründliche Recherchen und Mut der Redakteurinnen und Redakteure, sich Versuchen der Einflussnahme zu widersetzen. Anna-Maria Wallner, Medienjournalistin bei "Die Presse": "Wichtige Voraussetzungen für Qualität im Journalismus sind die Pressefreiheit, Zeit und Mut." ORF-TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher: "Programmanbieter müssen mit Qualitätsjournalismus glaubwürdige und kompetente Information vermitteln, die den Menschen hilft, sich zu orientieren und dem Publikum gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht."

Auch die Medienvielfalt per se fördere Qualitätsjournalismus, so AustriaNews-Chefredakteur Jürgen Peindl: "Wenn es in Österreich nur eine Tageszeitung geben würde und nur eine einzige Nachrichtensendung, dann könnten die uns alles erzählen, das wäre Propaganda. Durch die Vielfalt der Medien ist das nicht so leicht." Im Zusammenhang mit zunehmender Kommerzialisierung berge die Medienvielfalt aber auch gesellschaftspolitische Gefahren, warnt der Schweizer Medienexperte Kurt Imhof: "Es kommt zu einer Abschichtung der Gesellschaft, wir haben tatsächlich bereits so etwas wie ein Unterschichten-Fernsehen, insbesondere in Deutschland. Das reduziert die Koorientierung in der Gesellschaft, die notwendig ist, damit wir uns in der Demokratie darauf einigen können, worüber wir uns verständigen können müssen." Imhof unterstrich, ebenso wie Ogris, in diesem Zusammenhang die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Garant für zuverlässige und hochwertige Informationskompetenz.

Das DialogForum "Informationsqualität auf dem Prüfstand" wird am Donnerstag, dem 8. März 2012, um 22.30 Uhr in ORF III Kultur und Information ausgestrahlt.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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