Grüne zu Umsetzung des Bildungsvolksbegehrens: "Alles ist möglich!"

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildungschance

Wien (OTS) - "Wir lassen uns nicht mit einem Zeithorizont von Jahrzehnten abspeisen. Wir brauchen eine Bildungsreform und zwar sofort", sagt Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, zum Start der Ausschussberatungen: "Es stimmt nicht, dass eine grundlegende Bildungsreform nicht möglich ist. Alles ist möglich, wenn wir im Ausschuss das wollen."
Walser stellt in seinem Statement vor allem die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten in den Mittelpunkt: "Österreichs Bildungssystem ist geprägt von einer sozialen Schieflage, es funktioniert nach dem Matthäus-Prinzip: den Reichen wird gegeben, den Armen wird genommen. Wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass in Österreich jedes Kind eine Chance bekommt".

"Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern schon in elementarpädagogischen Einrichtungen", sagt Daniela Musiol, die ebenfalls am Ausschuss teilnehmende Familiensprecherin der Grünen. "Es kann nicht sein, dass ein Kind, je nach dem in welchem Bundesland es auf die Welt kommt andere Chanen bekommt. Ab welchem Alter ein Kind einen Kindergarten oder eine Krippe besuchen darf, wie viel die Betreuung kostet, wie viele Kinder in einer Gruppe betreut werden, welche Qualifikationen das Personal zu erfüllen hat und wie viel Platz ein Kind zum Spielen hat, wird vom Burgenland bis Vorarlberg anders geregelt, das muss endlich ein Ende haben", fordert Musiol. Die Grünen fordern deshalb seit Langem ein Bundesrahmengesetz.

Nach wie vor ist der Beruf der Kindergarten- oder HortpädagogInnen nicht sehr attraktiv. "Gleiche Leistung sollte gleich entlohnt werden: die Löhne aller PädagogInnen, vom Kindergarten an, sollen an jenes der AHS-LehrerInnen angeglichen werden, weil Leistung in allen Bildungseinrichtungen mit gleicher Wertigkeit stattfindet", sagt Musiol. Nicht überraschend ist angesichts dieser Rahmenbedingungen der große Mangel an PädagogInnen. Nur rund ein Drittel der ausgebildeten KindergartenpädagogInnen geht auch tatsächlich dem Beruf nach und nicht selten wird die Zeit im Kindergarten nach wenigen Jahren beendet. Eine Reform der Ausbildung aller PädagogInnen in Richtung einer Ausbildung auf Uni-Niveau ist längst überfällig. Besonders prekär ist die Situation in Wien, weil bspw. in Niederösterreich die Rahmenbedingungen für KindergartenpädagogInnen besser sind. Eine bundeseinheitlich geregelte, höhere Bezahlung aller PädagogInnen würde zu vermehrtem Interesse am Berufsfeld führen und auch für mehr Männer attraktiv sein.
Richtung Ausschuss zeigt sich Musiol skeptisch: "Ich traue dieser Aufbruchstimmung nicht - auch wenn ich ihr glauben möchte. Die Willensbekundung aller Parteien, dass Bildung in Bundeskompetenz muss und die Ausbildung aller PädagogInnen auf Hochschulniveau notwendig ist, ist ein erster Schritt. Der Erfolg des Ausschusses wird aber daran zu messen sein, ob dies auch rasch umgesetzt wird."

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