Industrie zu Arbeitsmarktdaten: Verteuerung des "Faktors Arbeit" kontraproduktiv

IV-GS Neumayer: Österreich weiterhin mit geringster Arbeitslosigkeit in EU -Heimische Arbeitszusatzkostenbelastung bereits im internationalen Spitzenfeld

Wien (OTS/PdI) - Als "grosso modo erfreulich" bezeichnete der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer die aktuellen Zahlen zur Arbeitsmarktsituation in Österreich: "Österreich konnte sich im Februar mit einer Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent nach Eurostat weiterhin als jenes Land mit der geringsten Arbeitslosigkeit in Europa behaupten. Entgegen dem europäischen Trend sank in Österreich die Arbeitslosigkeit nach Eurostat im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent." Insgesamt sei die Situation am Arbeitsmarkt aber differenziert zu beurteilen. So sei etwa die Arbeitslosigkeit von Älteren zwar gestiegen, gleichzeitig sei jedoch die starke Beschäftigungszunahme in der Altersgruppe der über 50-jährigen mit zusätzlichen 40.000 Aktivbeschäftigten erfreulich. 2 von 3 der zusätzlichen Beschäftigten fallen auf die Gruppe der Arbeitnehmer über 50.

Angesichts der aktuellen Arbeitslosenzahlen plädierte der IV-Generalsekretär einmal mehr dafür, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigung Älterer zu verbessern: "Dass die Bundesregierung vor diesem Hintergrund im Zuge des 'Sparpaketes' mit der Beitragspflicht in der Arbeitslosenversicherung auch für über 60-jährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Lohnnebenkosten für Ältere erhöht, konterkariert Anstrengungen, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen."

Diese Maßnahme sei daher ebenso "kontraproduktiv" wie die Anhebung der Arbeitszusatzkosten im Allgemeinen: "Hier liegen wir ohnehin bereits im internationalen Spitzenfeld. Eine weitere Belastung des 'Faktors Arbeit' ist ein negatives Signal für den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Österreich", betonte Neumayer. Ebenso negativ zu beurteilen sei die einseitig zu Lasten der Betriebe vorgeschlagene Auflösungsabgabe, so der IV-Generalsekretär: "Diese Regelung steht im Widerspruch zum Prinzip der Beitragsparität in der Arbeitslosenversicherung. Außerdem bürden wir damit den größtenteils in schwieriger ökonomischer Situation befindlichen Unternehmen eine Zusatzbelastung auf. Angesichts der schwierigen Situation am Arbeitsmarkt ist dies alles andere als zielführend."

Erfreulich sei hingegen die Entwicklung bei den Beschäftigten, deren Anzahl neuerlich um 60.000 oder 1,7 Prozent wuchs. "Bei den Lehrstellen gab es einen Zuwachs um 10,2 Prozent - die Ausbildungsbereitschaft der österreichischen Industrie ist somit ungebrochen", so Neumayer. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit um 6,1 Prozent nach nationaler Berechnung sei auch im Zusammenhang mit der Kältewelle im Februar zu sehen. In der Bauwirtschaft, wo Ende Jänner die Arbeitslosigkeit noch sank, gab es im Februar um 5.501 Arbeitslose mehr, das entspreche einem Anstieg um 9,2 Prozent. Im Bereich Herstellung von Waren sei der Anstieg mit plus 1,0 Prozent vergleichsweise gering gewesen.

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0002