Tumpel zu Arbeitsmarktdaten: Überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Älteren offensiv begegnen

Wien (OTS) - Im Februar ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr gestiegen: rund 380.500 Arbeit Suchende (inkl. SchulungsteilnehmerInnen), das sind um 18.700 oder rund 5 Prozent mehr als im Februar 2011. Besonders irritierend ist für AK Präsident Herbert Tumpel der überdurchschnittliche Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Älteren (um über 10 Prozent auf über 70.100). Seit Jahren ist allen relevanten politischen Gruppen klar, dass alles dafür getan werden muss, dass die älteren Menschen länger im Erwerbsleben bleiben. "Es ist einfach zu verlangen, dass Ältere länger arbeiten sollen. Aber was nützt das, wenn die Realität anders aussieht und längeres Arbeiten nicht möglich gemacht wird", kritisiert Tumpel insbesondere die Unternehmen, die sich nach wie vor zu gerne von älteren ArbeitnehmerInnen trennen: "Dieses unsoziale Verhalten mancher Unternehmen ist eine teure Variante zulasten des Sozialsystems. Wir brauchen nicht nur eine offensive Arbeitsmarktpolitik für die Älteren, wir brauchen auch die Mitarbeit der Unternehmen. Wir brauchen endlich mehr Arbeitsplätze, die für Ältere geeignet sind." Offensichtlich - so Tumpel - brauchen die Unternehmen mehr Druck, damit sie in ihren Betrieben dafür sorgen, dass die Älteren gesund und leistungsfähig möglichst lange in Beschäftigung bleiben können.

Für Tumpel ist auch wichtig, dass trotz Sparpakets das Arbeitsmarktservice (AMS) in den nächsten Jahren mehr Mittel für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit erhält: "Wir werden diese Mittel auch dringend brauchen. Daher müssen alle Maßnahmen, die für mehr Einnahmen in der Arbeitslosenversicherung sorgen, auch vollständig und ohne Abstriche umgesetzt werden." Das gilt auch für die neue Auflösungsabgabe. "Es braucht offensichtlich einen deutlichen Druck auf die Betriebe, damit sie mehr für ihre älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tun." Die Auflösungsabgabe ist für den AK Präsident ein notwendiger Schritt für die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen für Ältere. Es gibt aber auch immer noch massive Defizite beim Gesundheitsschutz, eine Diskriminierung Älterer, wenn es um innerbetriebliche Weiterbildung geht, und immer noch kündigen zu viele Unternehmen ältere Beschäftigte und tun zu wenig, damit diese länger in Beschäftigung bleiben können. Für Tumpel sind mit den Mehreinnahmen in der Arbeitslosenversicherung für gezielte AMS-Maßnahmen für Ältere die Hausaufgaben noch nicht erledigt:
"Ältere Arbeitslose möglichst gut zu unterstützen, ist wichtig. Genauso wichtig ist aber auch, wirkungsvolle Schritte gegen die Kündigung Älterer zu setzen. Das von den Sozialpartnern im vorigen Jahr gemeinsam geforderte wirkungsvolle Bonus-Malus-Modell muss noch umgesetzt werden. Und ich bin auch der Meinung, dass wir einen besseren Kündigungsschutz für Ältere brauchen."

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