ÖGB: Arbeitsmarktdaten belegen: Sparpaket darf Wachstum nicht gefährden

Dramatischer Anstieg bei Älteren, Behinderten und LeiharbeiterInnen

Wien (OTS/ÖGB) - "Der überdurchschnittlich starke Anstieg der Arbeitslosigkeit bei älteren ArbeitnehmerInnen zeigt deutlich, dass es richtig ist, das Sparpaket so anzulegen, dass die ArbeitnehmerInnen länger gesund und arbeitsfähig bleiben werden", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Bestätigt sieht er aber auch die Forderungen des ÖGB, die Arbeitgeber zu bestrafen, die ältere Menschen auf die Straße setzen: "Ein Bonus-Malus-System ist notwendig, darauf haben sich alle Sozialpartner im Papier von Bad Ischl geeinigt. Im Stabilitätspaket der Regierung ist davon aber leider nichts zu finden."

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist im Jahresabstand um 6,1 Prozent gestiegen - bei den Über-50-Jährigen ist ein Anstieg um mehr als 10,3 Prozent zu verzeichnen. "Deshalb sollte die Regierung auch die geplanten Verschärfungen bei der Altersteilzeit noch einmal überdenken. Wenn nämlich durch den Entfall der Blockvariante ganze Branchen von der Altersteilzeit ausgeschlossen werden, wird sich das noch einmal negativ auf die Altersarbeitslosigkeit auswirken", so Achitz.

Leiharbeit: Überlasser wälzen Unternehmerrisiko auf ArbeitnehmerInnen und AMS ab

Mit 12,9 Prozent mehr vorgemerkten Arbeitslosen ist der Anstieg im Bereich der Arbeitskräfteüberlassung doppelt so stark wie im Durchschnitt. "Hier zeigt sich, dass die LeiharbeiterInnen als erste arbeitslos gemacht werden, weil sie von den Überlassern sofort gekündigt werden, wenn sie gerade keinen Auftrag haben.", sagt Achitz. Das Unternehmerrisiko der Leiharbeitsfirmen wird auf die Beschäftigten und in weiterer Folge auf die Arbeitslosenversicherung abgewälzt. "Aus diesem Grund ist die im Stabilitätspaket vorgesehene Auflösungsabgabe so wichtig, denn sie trifft genau jene Branchen, die ihre Kosten auf die SteuerzahlerInnen abwälzen", so Achitz.

Höhere Ausgleichstaxen für Unternehmen, die keine Behinderten beschäftigen

Bei den behinderten Personen sind um 13,2 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. "Hier zeigt sich, dass die Aufweichung des besonderen Kündigungsschutzes nicht dazu geführt hat, dass die Wirtschaft mehr Menschen mit Behinderung beschäftigt", sagt Achitz und fordert "eine erhebliche Anhebung der Ausgleichstaxe, die die Unternehmen bezahlen müssen, die zu wenig Menschen mit Behinderung beschäftigen."

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