Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Kälte lässt Arbeitslosigkeit im Februar ansteigen - jedoch jeder Dritte Arbeitslose hat Einstellzusage

Beschäftigung wieder um 60.000 gestiegen - zwei von drei zusätzlichen Arbeitsplätzen fallen auf ältere Arbeitnehmer

Wien (OTS/BMASK) - "Die Arbeitslosigkeit ist durch die Kältewelle im Februar um 6,1 Prozent angestiegen, das macht ein Plus von 17.806 aus und beträgt nun 310.064 Menschen ohne Beschäftigung. Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen stieg erstmals seit längerem wieder an- um 895 oder 1,3 Prozent auf 70.396. Die Gesamtzahl an Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen liegt mit 380.460 um 18.701 oder 5,2 Prozent über dem Vorjahresmonat", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer zu den Arbeitsmarktdaten des Monats Februar. Österreich ist mit einer Arbeitslosenquote von vier Prozent laut Eurostat jedoch weiterhin das Land mit der geringsten Arbeitslosigkeit in der EU. Tausende Arbeitsplätze, beispielsweise am Bau, die durch die Kältewelle vorübergehend verloren gingen, werden heute oder in den nächsten Tagen oder Wochen wieder aufgenommen. Fast 100.000 Arbeitslose (genau 98.714, +7.241 gegenüber dem Vorjahr), also fast jeder Dritte Arbeitslose, hat eine Einstellzusage für einen Arbeitsplatz. ****

Die Beschäftigung erreicht auch im Februar eine Rekordhöhe: "Wir haben 60.000 aktiv Beschäftigte mehr als noch vor einem Jahr - das ist eine Beschäftigungszunahme, die größer ist, als die Gesamtbeschäftigung von Innsbruck", schätzt Hundstorfer. Vor allem die Beschäftigung Älterer steigt stark an: zwei von drei zusätzlichen Arbeitsplätzen fallen auf die Generation 50+. Leider steige nicht nur die Beschäftigung Älterer um 40.000 an, auch die Arbeitslosigkeit hat in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich zugenommen: +6.556 Arbeitslose, das ist ein Anstieg um 10,3 Prozent. In dieser Altersgruppe werden aber in den nächsten Jahren die arbeitsmarktpolitischen Schwerpunkte gesetzt: Um den Menschen zu ermöglichen, länger und gesund im Erwerbsleben zu bleiben, werden trotz Budgetkonsolidierung in den nächsten Jahren hunderte Millionen in aktive Arbeitsmarktpolitik für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Menschen investiert. Damit wird das AMS die berufliche Rehabilitation ausbauen. Ältere, die ihren Beruf aus Gesundheitsgründen nicht mehr ausüben können, erhalten eine passende, hochwertige Qualifikation; neue Arbeitsplätze für ältere Arbeitslose werden gefördert, Prävention wie Fit2Work wird verstärkt und neue Instrumente werden entwickelt.

In der Bauwirtschaft, wo Ende Jänner die Arbeitslosigkeit noch sank, gab es um 5.501 Arbeitslose mehr, das ist ein Anstieg um 9,2 Prozent. Neben der Witterung findet aber auch die schwache europäische Konjunktur ihren Niederschlag: erstmals seit mehr als zwei Jahren steigt die Arbeitslosigkeit in der Industrie wieder leicht an: um 268 Personen oder plus ein Prozent. Bereits seit längerem spüren die Beschäftigten der Leiharbeitsbranche die Konjunkturabflachung: das wirkt sich mit einem Plus von 3.581 Arbeitslose in dieser Branche aus und ist ein Anstieg um 12,9 Prozent. Auch in Handel und Tourismus wächst die Zahl der Arbeitsplätze nicht rasch genug, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern: +1.875 Arbeitslose im Handel (+4,8 Prozent), +1.619 im Tourismus (+5,7 Prozent). Die Kurzarbeit steigt leicht an, ist jedoch im Vergleich zur Krise weiterhin sehr gering:
Ende Februar waren 1.761 Beschäftigte in 23 Unternehmen von Kurzarbeit betroffen. Durch die Kälte steigt im Februar die Männerarbeitslosigkeit mit +7,2 Prozent stärker als die Frauenarbeitslosigkeit +4,2 Prozent.

Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 8,9 Prozent steht Österreich laut Eurostat im europäischen Vergleich auch im Februar sehr gut da und liegt knapp vor den Niederlanden (neun Prozent). "Wie herausragend dieser Wert und wie erfolgreich die Jugendarbeitsmarktpolitik in diesen drei Ländern ist, zeigt sich vor allem daran, dass die Staaten ab Platz 4 bereits eine Quote von rund 15 Prozent aufweisen und der Schnitt der EU 15 bei 21,3 Proeznt liegt. "Dies unterstreicht unseren Auftrag, dem wir ihm Rahmen der europäischen Jugendinitiative nachgehen, über die eigenen Grenzen hinauszusehen und anderen Staaten zu helfen und unsere Ideen im Rahmen der Jugendarbeitsmarktpolitik zu "exportieren", so der Sozialminister. Die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen ist im Februar 2012 gegenüber dem Vergleichsmonat um 2.465 auf 45.240 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren angestiegen. Dabei ist der Anteil der arbeitslosen jungen Erwachsenen von 19 bis 24 Jahren um 7,7 Prozent gestiegen, jener der Jugendlichen bis 19 Jahren hingegen um 1,3 Prozent gefallen. (Schluss)

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