Neue A&V Leitlinie "Rheumatoide Arthritis": Kompaktes Wissen für zielgenaue Diagnose und Behandlung

Wien (OTS) - Die Initiative "Arznei & Vernunft", eine in Europa einzigartige Kooperation von Pharmaindustrie, Sozialversicherungen, Ärzte- und Apothekerkammer, präsentiert die neue Leitlinie sowie die Patientenbroschüre "Rheumatoide Arthritis" (RA). Namhafte ExpertInnen aus dem Gesundheitswesen haben damit ein umfangreiches und hoch aktuelles Kompendium für FachkollegInnen über den derzeitigen Forschungsstand geschaffen. Die eigens entworfene Patientenbroschüre bietet kompakt und übersichtlich Informationen für Laien. Leitlinie und Patientenbroschüre werden an niedergelassene AllgemeinmedizinerInnen, mit RA befasste FachärztInnen, Krankenanstalten, Apotheken und Krankenkassen versendet. Weiters können sie ab sofort auch über die Pharmig und die Burgenländische GKK bezogen sowie über www.pharmig.at heruntergeladen werden.

Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste Erkrankung im rheumatischen Formenkreis. Sie betrifft bis zu einem Prozent der Bevölkerung (bis zu 80.000 Menschen in Österreich), zunehmend auch die jüngere Generation. Für jene, die an RA erkranken, kann ein erhöhtes Krebs- sowie ein drei- bis fünffaches Herzinfarktrisiko bestehen. Betroffene sind mit Gelenkschädigungen und folglich mit einer Einschränkung ihrer Lebensqualität, bis hin zur Arbeitsunfähigkeit, konfrontiert.

Umso wichtiger ist es, die Symptome der RA frühzeitig richtig zuzuordnen. Dabei ist die Diagnose nicht immer einfach zu stellen:
"Gelenkschmerzen sind ein häufiges Beschwerdebild in der klinischen Praxis", sagt Jochen Zwerina, Co-Autor und Mitglied der Expertengruppe. Sein Kollege im Expertenteam, Lothar Fiedler, unterstreicht die Verantwortung der HausärztInnen hinsichtlich der Identifikation der Symptome: "Sie sind in der Regel die ersten Ansprechpartner."

Neue Leitlinie als praktikables Nachschlagewerk

ÄrztInnen und ApothekerInnen sowie alle Berufsgruppen, die in der Patientenversorgung engagiert sind, haben mit der nun vorliegenden A&V Leitlinie "Rheumatoide Arthritis" ein Nachschlagewerk, für das namhafte ExpertInnen den aktuellen Forschungs- und Wissensstand erarbeitet haben. Um eine interdisziplinäre Betrachtung der RA zu gewährleisten, bestand das Expertenteam aus VertreterInnen der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Ebenso nahmen Vertreterinnen von Selbsthilfeorganisationen an der Erstellung der Leitlinie und der Patientenbroschüre teil. Erstmals wurde auch eine Kurzfassung der Leitlinie im Umfang eines A3-Posters erstellt.

Um die KollegInnen im niedergelassenen Bereich bei der so bedeutenden Diagnosestellung und Behandlung der RA zu unterstützen, enthält die Leitlinie einen umfassenden Überblick über Klinik und sinnvolle Untersuchungstechniken sowie über medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapien. Generell ist zu betonen, dass der interdisziplinären Betreuung der PatientInnen unter Koordination der HausärztInnen eine zentrale Bedeutung zukommt.

Forschung treibt innovative Therapien voran

Die Forschung im Bereich der RA hat zu signifikanten Verbesserungen in der Behandlung Betroffener geführt, zuletzt auch durch Biologika. Wolfgang Emminger, ebenfalls Co-Autor und Mitglied der Expertengruppe, wertet es als äußerst positiv, dass hinsichtlich der RA bei Kindern "zunehmend die bei Erwachsenen zugelassenen Biologika auch im Kindesalter in Phase III Studien und Beobachtungsstudien untersucht werden".

Robin Rumler, Präsident der Pharmig, betont die Bedeutung der Forschung: "Gerade der Bereich RA ist ein Paradebeispiel erfolgreicher Medikamentenentwicklung. Hat man noch bis vor wenigen Jahren eher nur Symptome behandelt, so kann man heute im Idealfall sogar den Verlauf der Erkrankung stoppen. Wenn alle PartnerInnen im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, dann kann man erfolgreich Gesundheit fördern und Krankheiten therapieren. Die Initiative "Arznei & Vernunft" ist dafür ein Vorbild!"

Service durch Zusammenarbeit der Systempartner

Klaus Klaushofer, Vorsitzender der Expertengruppe, betont, dass vor allem Biologika-Therapien oftmals kostenintensiv aber wirksam seien. Daher sei es umso wichtiger, dass diese zum richtigen Zeitpunkt und unter fachkundiger Kontrolle zur Anwendung kommen, um Wirksamkeit und Sicherheit zu garantieren. "Wir hoffen", so Klaushofer, "mit der vorliegenden Leitlinie zur Behandlung der RA sowie der entsprechenden Patienteninformation eine für die klinische Routine nützliche Zusammenfassung erarbeitet zu haben".

Dass die RA und deren Behandlung einen bedeutenden Stellenwert haben, führt schließlich auch Josef Probst vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger vor Augen: "Im Jahr 2010 wurden fünf Prozent der Medikamentenausgaben für Therapien der RA aufgewendet. Insgesamt stellten niedergelassene ÄrztInnen 427.000 Kassenverordnungen für diesen Bereich im Wert von 131,5 Millionen Euro aus".

Patientenbroschüre: kompakte Zusammenfassung für Betroffene

Die eigens entworfene Patientenbroschüre informiert Betroffene, Angehörige und Interessierte über das Thema RA und bietet wertvolle Tipps zur Bewältigung von Alltagsproblemen im Zusammenhang mit der Erkrankung. Wie relevant eine umfassende Information der PatientInnen ist, betont Christiane Körner, Vizepräsidentin der österreichischen Apothekerkammer: "In der Behandlung der RA greift die Therapie erst mit einer Verzögerung von bis zu einem halben Jahr. Deshalb ist es sehr wichtig, den Patienten in der Apotheke aufzuklären und zu motivieren, dennoch seine Arzneimittel regelmäßig einzunehmen. Die gemeinsame Initiative stellt einen wesentlichen Beitrag zu mehr Compliance in der Behandlung dar."

Über "Arznei & Vernunft"

Die Initiative "Arznei & Vernunft" ist eine in Europa einzigartige Zusammenarbeit zwischen Pharmawirtschaft, Sozialversicherungen, Ärzte- und Apothekerkammer. Die Kooperation wurde auf Initiative der Pharmig, Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, ins Leben gerufen. Das Ziel: Ein vernünftiger, evidenzbasierter Umgang mit Arzneimitteln auf allen Ebenen des Gesundheitswesens. In ihrer mehr als 15-jährigen Geschichte brachte die Initiative bereits elf Leitlinien sowie neun Patientenbroschüren, einige davon in mehreren Auflagen, hervor.

Alle bisherigen Leitlinien und Patientenbroschüren können unter http://www.arzneiundvernunft.info abgerufen werden.

Die aktuelle Leitlinie, Patientenbroschüre und das A3-Poster können über folgende Stellen bezogen werden:

Vertreter der Expertengruppe sind:

  • Univ. Prof. Dr. Wolfgang Emminger, stv. Leiter der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie, Leiter der Kinderrheumaambulanz, Universitätsklinik für Kinder-und Jugendheilkunde, MUW
  • Univ. Prof. Dr. Klaus Klaushofer, Vorsitzender der Expertengruppe, Ärztlicher Direktor und Abteilungsvorstand der 1. Medizinischen Abteilung des Hanusch Krankenhauses der WGKK, beratender Arzt des Hauptverbandes
  • OA PD Dr. Jochen Zwerina, Leiter Fachbereich Rheumatologie der 1. Medizinischen Abteilung des Hanusch Krankenhauses der WGKK

Vertreter der Initiatoren sind:

Rückfragen & Kontakt:

Hauptverband: Dieter Holzweber, +43/1/711 32-1122 dieter.holzweber@hvb.sozvers.at

Österr. Apothekerkammer: Mag. Gudrun Reisinger, +43/1/404 14-600 gudrun.reisinger@apotheker.or.at

Österr. Ärztekammer: Mag. Andrea Riedel, +43/1/513 18 33-45 a.riedel@aerztekammer.at

Pharmig: Mag. Barbara Grohs, +43/1/40 60 290 20 barbara.grohs@pharmig.at

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