ORF-III-Kunstraum mit Dreissingers "artgenossen.minutenportraits" und "Inside Brüssel" mit Fokus Russland

Am 1. März im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - Der ORF-III-Kunstraum bietet Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform für deren Arbeiten und lässt sie autonom über Inhalt und Form ihrer Kunstwerke, die in ORF-III-Programmnähten visuell auffällig positioniert werden, entscheiden. Anlässlich der Grazer Diagonale stehen ab Donnerstag, dem 1. März 2012, täglich um 10.05, 12.05, 16.55, 18.03, 20.13 und 22.45 Uhr die Arbeiten eines herausragenden Vertreters der österreichischen Fotoszene im Mittelpunkt. Sepp Dreissinger ist ein genauer Beobachter und Meister des richtigen Augenblicks. Sein filmisches Kunstprojekt "artgenossen.minutenportraits" wurde im Jahr 2006 als beste Kurzdoku beim Grazer Filmfestival ausgezeichnet.

Das Kunstprojekt "artgenossen.minutenportraits"

Sepp Dreissinger gibt seinen Darstellern keine Möglichkeit zur Selbstinszenierung, was seinen Bilder einen Grad an Authentizität verleiht und über die vermeintliche Realität der Fotografie hinausgeht. Aus Berühmten und Schwierigen werden reale Menschen. ORF III Kultur und Information präsentiert mit Sepp Dreissingers Künstlerporträts, frei von Stilisierung und hohlen Posen, unabdingbare Zeitdokumente. Der gebürtige Vorarlberger sieht mit seiner Digitalkamera malenden, schreibenden und denkenden Menschen beim Schweigen zu, jeweils eine Minute lang. Persönlichkeiten wie Alfred Komarek, Peter Simonischek, Werner Raditschnig, Oswald Tschirtner, Eva Jantschitsch, Franz Ringel, Barbara Albert, Otto Lechner, Bernhard Paul, Caroline Peters und Teresa Weißbach setzten sich dem Blick Sepp Dreissingers aus.

Der im Jahr 1946 in Vorarlberg geborene Sepp Dreissinger studierte Musik am Mozarteum in Salzburg und war im Jahr 1981 maßgeblich an der Gründung der Salzburger Galerie Fotohof beteiligt. Bekannt wurde er u. a. als Hausfotograf zahlreicher Künstlerpersönlichkeiten wie Thomas Bernhard, Arnulf Rainer, Maria Lassnig und Elfriede Jelinek. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich Sepp Dreissinger auch verstärkt mit dem Medium Film. Sein außergewöhnliches Kunstprojekt "artgenossen.minutenportraits" wurde im Jahr 2006 mit dem 1. Preis beim Grazer Filmfestival Diagonale als beste Kurzdoku ausgezeichnet.

"Inside Brüssel" (20.15 Uhr)

Ob in der Syrienkrise, bei der Energieversorgung oder im Streit um das iranische Atomprogramm: Wie unterscheiden sich die russischen Interessen von jenen der Europäer? Und was bedeutet die wahrscheinliche Rückkehr Wladimir Putins in den Kreml für die internationale Politik? Wie wird der Kreml mit den Protesten einer erwachenden Opposition umgehen? Auch ORF-III-Moderator Raimund Löw richtet den Fokus seiner Themen anlässlich der bevorstehenden russischen Präsidentschaftswahl auf Russland. "Inside Brüssel" begrüßt er Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschischow, den sozialdemokratischen Fraktionschef des Europaparlaments, Hannes Swoboda, Vanessa Mock von der britischen Tageszeitung "The Independent" und Alain Deletroz von der "International Crisis Group".

"Weltjournal: Russland: Geheimdienst als Staat im Staat" (21.05 Uhr)

Der Terror ist nach Moskau zurückgekehrt. Direkt unter dem Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, im Bahnhof Lubjanka, sprengt sich eine von zwei tschetschenischen Selbstmord-Attentäterinnen in die Luft. Ministerpräsident Wladimir Putin droht den kaukasischen Terroristen unmittelbar nach den Anschlägen mit dem Tod. Die Stunde der Geheimdienste und Sicherheitskräften ist wieder gekommen. Die "Machthungrigen", die ihren Aufstieg der Zugehörigkeit zum KGB-Umfeld verdanken und durch den ehemaligen FSB-Chef Putin selbst in hohe wirtschaftliche und politische Funktionen gekommen sind, wittern wieder Morgenluft.

Fürchten müssen sich nicht nur kaukasische Terroristen, sondern auch Journalisten, Anwälte, Oppositionelle und Menschenrechtler. Seit politische und wirtschaftliche Schlüsselpositionen mit ehemaligen Geheimdienstlern besetzt sind, zieht sich eine Blutspur durch Russland, die es seit Ende der Sowjetunion nicht gegeben hat. Der Inlandsgeheimdienst FSB, hervorgegangen aus dem KGB, kontrolliert den politischen Apparat. Politische Morde, wie die des ehemaligen Agenten Alexander Litwinjenko und der Journalistin Anna Politkowskaja haben auch in westlichen Medien Schlagzeilen gemacht. Dass auch weiterhin Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Journalisten unter mysteriösen Umständen sterben, wird bei uns kaum registriert. Die "Weltjournal"-Reportage "Russland: Geheimdienst als Staat im Staat" zeigt, dass Russland auch unter seinem wirtschaftsliberalen Präsidenten Alexander Medwedew ein Geheimdienststaat geblieben ist, der den Kampf gegen den Terrorismus benutzt, um unliebsame Gegner loszuwerden. Die Geister, die Wladimir Putin im letzten Jahrzehnt rief, wird Russland nicht so schnell wieder los.

"Im Brennpunkt: Bosnien-Herzegowina: Ein Land ohne Zukunft?" (21.40 Uhr)

Am 5. April 2012 ereignet sich in Bosnien-Herzegowina ein besonderes Jubiläum: 20 Jahre Unabhängigkeit. Die Spuren des Jugoslawienkrieges sind aber bestenfalls verwischt. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Sozial- und Gesellschaftsprojekten, doch eine wirkliche Aussöhnung der damaligen Kriegsgegner scheint nicht zu gelingen. Die Gräben zwischen Serben und Bosniern sind tief. Die Grenze zwischen der Republik Srpska und Bosnien-Herzegowina existiert nicht nur auf der Landkarte. ORF-III-Cutterin und Filmemacherin Zorica Vilotic kennt die Situation entlang dieser Grenze. Zwei Wochen lang hat sie mit ihrer eigenen Kamera die dortige Stimmung eingefangen und Serben und Bosnier zum Gespräch gebeten. 20 Jahre nach dem Krieg ist man sich auf beiden Seiten nur in einer Sache einig: Bosnien-Herzegowina habe keine Zukunft. Die Dokumentation "Bosnien-Herzegowina: Ein Land ohne Zukunft?" zeigt Menschen, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlen.

"Das ganze Interview: Christoph Riedl im Gespräch mit Ariel Muzicant" (22.30 Uhr)

14 Jahre lang stand er als Präsident an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien: Ariel Muzicant. Wie angekündigt gab der gebürtige Israeli kurz nach seinem 60. Geburtstag, den er am 12. Februar dieses Jahres feierte, seinen Rücktritt bekannt. ORF III Kultur und Information zeigt den ehemaligen Präsidenten im Gespräch mit Christoph Riedl in Klosterneuburgs Essl-Museum. Ariel Muzicant blickt auf seine Amtszeit zurück und spricht über gelungene und weniger erfolgreiche Projekte, seine Rolle in und mit der österreichischen Innenpolitik sowie sein Engagement gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0009