Anschober: Tschechien entscheidet bis Sommer über Ausbau der Atomenergie

Oberösterreich lädt die Anrainerregionen von Temelin am 18. Mai zur Konferenz nach Linz

Linz (OTS) - Zuerst war der Neubau von 18 Atomreaktoren und die Erhöhung des Anteils von Atomstrom von derzeit 30 auf 80 Prozent bis zum Jahr 2060 geplant, dann hat der neue Industrieminister Martin Kuba nach vielen Protesten diese Konzeption gestoppt und nun soll eine neue tschechische Energiekonzeption bis Ende Juni für einen Zeithorizont von 20 Jahren erarbeitet werden.

Auffallend ist, dass klare Atombefürworter - unter anderem die Chefin der tschechischen Atomaufsichtsbehörde Dana Drabova - den Vorsitz der beauftragten Expertenarbeitsgruppe innehaben.

Energie-Landesrat Rudi Anschober: "Die personelle Zusammensetzung der achtköpfigen Arbeitsgruppe lässt wenig Hoffnung aufkommen. Umso wichtiger ist, dass nun der Druck der NGO's in und außerhalb Tschechiens, aber auch der internationale politische Druck verstärkt wird. Ein weiterer Atomausbau in Tschechien wäre eine akute Sicherheitsbedrohung, aber auch eine dramatische ökonomische Fehlentwicklung. Unmengen Geld würde für eine völlig veraltete Technologie gebunden (nur für den Stromexport), das Investitionskapital für die große Beschäftigungs- und Konjunkturchance der grünen Technologien fehlen."

Das Land Oberösterreich will daher den Widerstand verstärken - und lädt unter anderem zur Temelin-Anrainerkonferenz nach Linz ein. Die Zusagen von hochrangigen Regierungsvertretern aus Bayern, Sachsen, Salzburg, Niederösterreich und Oberösterreich liegen bereits vor. Abschließend appelliert Anschober jedoch auch an die Bundesregierung, in dieser Entscheidungsphase aktiv zu werden und die Entscheidung nicht neuerlich zu verschlafen.

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