FVMI: Verdienstmöglichkeiten im Tankstellengeschäft weiterhin bescheiden

Tankstellenmargen in Österreich am Boden

Wien (OTS) - Österreichs Tankstellenmargen sind seit Jahren am Boden - das hat auch die vom deutschen Energie Informationsdienst in Auftrag gegebene aktuelle Studie von Wood Mackenzie für das Jahr 2011 bestätigt. Im Europavergleich liegt Österreich bei Benzin auf Platz 13 von 16 befragten Ländern, bei Diesel sogar auf Platz 14. In kaum einem anderen Land lässt sich mit dem Verkauf von Kraftstoffen so wenig verdienen wie in Österreich. Pro Liter bleibt den Tankstellenunternehmen im Jahresdurchschnitt weniger als 1 Cent übrig. Österreich ist neben Deutschland das einzige Land, in dem in den vergangenen sechs Jahren nur einstellige Brutto-Tankstellenmargen erreicht wurden.

Zweimal jährlich erhebt das internationale Markforschungsunternehmen Wood Mackenzie eine europaweite Umfrage zu Tankstellen-Margen. Die aktuell publizierten Ergebnisse zeigen, dass Österreich - wie in den Jahren zuvor - auch 2011 am Ende der Skala der 16 befragten Länder stand und die Margen sogar weiter gesunken sind: Bei Benzin belegt Österreich mit Brutto-Margen von 9 Cent/l (2010: 9,26 Cent/l) den 13. Platz, dahinter liegen nur Schweden, Deutschland und Großbritannien. Bei den Brutto-Margen für Diesel nimmt Österreich mit 8,56 Cent/l (2010: 8,84 Cent/l) vor Großbritannien und Frankreich den 14. Platz ein. Spitzenreiter im EU-Vergleich sind Norwegen, Italien und die Schweiz mit Brutto-Tankstellenmargen von 16 bis 19 Cent pro Liter.

1 Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff

"Die Brutto-Tankstellenmargen dürfen nicht mit dem Gewinn verwechselt werden", so Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI). "Mit den ausgewiesenen Margen müssen sämtliche Kosten für Transport, Investitionen in Tankstellen, Betrieb und Instandhaltung der Tankstellen und Bestandszins sowie Pächterprovisionen abgedeckt werden. Letztlich bleibt den Tankstellenunternehmen auf das Jahr gerechnet weniger als 1 Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff übrig."

Geringe Margen sorgen für Tankstellen-Sterben

Dass die geringen Verdienstmöglichkeiten neben dem starken heimischen Wettbewerb ein wirtschaftlich erfolgreiches Überleben der Tankstellen erschweren, bestätigt auch die rückläufige Anzahl an Standorten: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der öffentlich zugänglichen Tankstellen in Österreich um mehr als 200 reduziert, was insbesondere im ländlichen Raum, der von dieser Entwicklung überproportional betroffen ist, immer wieder zu heftigen Beschwerden führt.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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