Andritz-Bilanz: Die andere Seite der Medaille

100.000 Menschen und hunderte Arten leiden für Konzerngewinne.

Wien (OTS) - Morgen, dem 1. März, stellt die Andritz AG ihre finanzielle Bilanz für 2011 vor und wird dabei hohe Gewinne ausweisen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere, die Andritz verschweigt, ist verheerend. Wussten Sie, dass

- durch aktuelle Andritz-Projekte rund 100.000 Menschen vertrieben, hunderte Arten aussterben und einmalige Natur- und Kulturlandschaften vernichtet werden?

- sich Andritz am Belo Monte und Ilisuprojekt, also an den beiden umstrittensten Staudammprojekten der Welt, beteiligt?

- Andritz im Ilisuprojekt verblieben ist, obwohl die Regierungen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz dringend den Ausstieg empfohlen hatten?

Eine genaue Beschreibung der kritischen Projekte, an denen Andritz beteiligt ist, finden Sie unter www.stopilisu.com.

Andritz verweist in diesem Zusammenhang gerne auf die Umweltpreise, die die Firma erhalten hat. Doch diese Auszeichnungen gelten ihren Produkten, nicht der Unternehmenspolitik und genau die ist das Problem.

"Andritz hat sich zu einem der rücksichtslosesten Firmen der Branche entwickelt. Sie beteiligen sich selbst an Projekten, von denen Regierungen abraten und selbst Mitkonkurrenten Abstand nehmen", so Ulrich Eichelmann von ECA Watch Österreich.

Ein Beispiel dafür ist das Ilisu Staudammprojekt in der Türkei. Nach zweijähriger Untersuchung empfahlen Deutschland, Österreich und die Schweiz den Ausstieg. Alle europäischen Banken und Baufirmen folgten der Aufforderung, nur Andritz widersetzte sich und verkündete Mitte 2010 stolz, "Den größten Auftrag der Geschichte" (Andritz Hydro News Nr.18). Vom Leid der 65.000 Menschen, die ihre Heimat verlieren, vom Untergang Hasankeyfs und von der Zerstörung einmaliger Kultur- und Naturlandschaften war keine Rede.

Auch beim zurzeit wohl umkämpftesten Staudammprojekt weltweit ist Andritz dabei, dem Belo Monte Projekt in Brasilien. Dabei sollen zigtausende Menschen umgesiedelt werden. Tausende Tierarten drohen aufgrund der Zerstörung von Lebensraum auszusterben.

"Die Andritz AG bezeugt mit ihren zwei höchst umstrittenen Staudammprojekten - Ilisu und Belo Monte - dass internationale ethische Standards für dieses Unternehmen keine Rolle spielen", ist Jurrien Westerhof von Greenpeace überzeugt.

"Die Beteiligung einer österreichischen Firma an solchen Machenschaften ist untragbar. Wir werden die Unternehmenspolitik weiterhin kritisch begleiten und anprangern. Die Öffentlichkeit und die Aktionäre sollten nicht nur die Profite kennen, sondern auch die Folgen", so Lisa Kernegger von GLOBAL 2000.

Rückfragen & Kontakt:

Ulrich Eichelmann ECA Watch
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ulrich.eichelmann@eca-watch.at
www.stopilisu.com

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